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Es werden Posts vom Januar, 2017 angezeigt.

Samstagsfragmente #74 - faul bei Freunden

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Gestern
- eigentlich das gesamte Wochenende über - hat der israelische Winter sich hier mal wieder so richtig ausgetobt. Schnee im Norden, eisiger Regen und Hagel im Zentrum, Temperaturen im einstelligen Bereich auch im Flachland. Wir hatten das große Glück, spontan von einem ganz süßen jungen Pärchen eingeladen zu werden und verbrachten dort einen sehr gemütlichen Nachmittag. Lümmelten auf einem gemütlichen Sofa am warmen Ofen, tranken heiße Schokolade (aus Nutella und warmer Milch - muss ich unbedingt nachmachen!) mit Marshmallows und leckerstem selbstgemachten Süßkram dazu. Der Gatte konnte sich mit unserer Freundin über sein Lieblingsthema Musik unterhalten und ich versuchte mich an einem Motiv aus einer Auswahl Malbücher von Johanna Basford - viel besser wird ein kalter, verregneter Shabbatnachmittag nicht :)



die Woche
begann für das Mädchen mal wieder mit einem Purzler vom Pferd. Diesmal hat es sie so erschreckt, dass sie nachdem sie sich aus dem Staub gerappelt hatte, am liebs…

#WeRemember - vielleicht mehr denn je

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Heute jährt sich die Befreiung von Auschwitz zum 72. Mal - es ist der internationale Holocaustgedenktag. Im Internet hatte der World Jewish Congress schon vor einigen Wochen zu einer bisher einmaligen Selfie-Aktion aufgerufen (mehr lesen), das Ziel: weltweit mindestens 6 Millionen Menschen zu finden, die mit dem Hashtag #weRemember ein Zeichen gegen das Vergessen setzen wollen. Denn die Zeitzeugen des Holocausts, die vom Leben in den Ghettos, unmenschlichen Todesmärschen und den Grauen in Konzentrations- und Vernichtungslagern berichten können, werden mit den Jahren immer weniger. Wenn die letzten Zeugen des Holocaust einmal nicht mehr sind, wird es es an ihren Nachkommen und an jedem einzelnen von uns sein, die historischen Fakten und Erinnerungen der Überlebenden für die Zukunft zu bewahren. Ich erinnere mich an einige bewegende Gespräche mit Holocaustüberlebenden, die sich mir tief in die Seele gebrannt haben und der grauenhaften Geschichte ein Gesicht gegeben. Sie ein ganz klein …

Israel will syrische Kriegswaisen aufnehmen

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Es ist ein big deal:  Unser Innenminister hat gestern verlauten lassen, dass Israel 100 Kriegswaisen aus Syrien aufnehmen wird. Der Plan sieht vor, die Kinder zunächst einige Monate in einem Erstaufnahmeheim unterzubringen und später in arabische Pflegefamilien zu integrieren. Innerhalb von vier Jahren im Land sollen sie einen Aufenthaltsstatus auf Lebenszeit erhalten.

Das ist deshalb so eine große Sache, weil sich Israel mit Syrien noch immer im Kriegszustand befindet und keinerlei diplomatische Beziehungen zu den Nachbarn im Norden unterhält. Im andauernden Bürgerkrieg hält Israel, abgesehen von der Sicherung der eigenen Grenzen, eine neutrale Position, bietet aber humanitäre Hilfe in Form von medizinischer Behandlung von bislang über 2500 verwundeten Syrern an. Organisation wie Amaliah und eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne "just beyond our border", die innerhalb von einer Woche rund eine Viertelmillion Euro an Spenden erzielt hat, versorgen syrische Zivilisten mit …

Samstagsfragmente #73 - Grün!

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Heute
haben wir bei einem kleinen Ausflug in unserer Nähe richtig schön durchatmen können. Klare Luft, sattes Grün nach den Regenfällen in den letzten Wochen und immer wieder warme Sonnenmomente machten den Spaziergang auf einem schmalen Naturpfad über Stock und Stein zu einem erholsamen Familienerlebnis für die Seele.



die Woche
habe ich zur Hälfte mit einer fiesen Erkältung im Bett verbracht, die sich schon am Wochenende ankündigte weswegen es letzte Woche hier keine Samstagsfragmente gab. Habt ihr gemerkt, oder? Vielleicht war es auch ein grippaler Effekt, das ist aber letztlich egal, denn es ist wieder vorbei. Am Donnerstag war ich wieder im Büro, noch ein bisschen wuschig im Kopf, aber einsatzbereit und inzwischen scheint es komplett ausgestanden zu sein. (Obwohl mir nach der Amtseinführung gestern etwas schwach im Magen war, aber lassen wir das. Ich konzentriere meinen kritischen Blick jetzt auf die Bundestagswahl, da kann es einem schon flau genug werden.)


Erfreulichkeiten

das M…

Frostige Ferien - Winter in Deutschland

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[WinterFakt: Ich vermisse den Schnee in Israel. Ja, ich weiß, dass ich das Thema Schnee romantisiere, aber das ändert nichts an dieser Sehnsucht.] Ok, unsere Chanukkaferien waren nicht das weiße Winterwunderland, das wir uns insgeheim gewünscht hatten, aber wir haben trotzdem so viel Winter für uns rausgezogen, wie wir irgendwie konnten.

Wir sind mit Swiss über frostige verschneite Berge nach Deutschland geflogen. 

Wir haben an unserm allerersten Tag leckere Maultaschen in der Brühe gegessen, bei einem besinnlichen Weihnachtsliedersingen mitgemacht, Glühwein getrunken und am Ende des Tages sogar unsere Koffer aus Zürich nachgeliefert bekommen ;-)   [WinterFakt: Glühwein gehört für mich zum Winter dazu. Selbst wenn ich ihn bei 30° auf dem Adventsbasar in Jerusalem trinken muss.] Wir, also hauptsächlich das Mädchen, haben an Heiligabend einen wunderschön bunten Weihnachtsbaum mit echten Kerzen geschmückt. 
Wir waren zum last-minute Shopping bei H&M und haben die Deko im Kaufhaus bewu…

Die allerersten #12von12 im neuen Jahr -

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(Jetzt kam ich gerade fast ein bisschen ins Schleudern, weil ich weder beim Fotos aufbereiten noch beim Schreiben dieses Beitrags keine, wirklich keine!, Sekunde überlegt habe, ob die 12 von 12 dieses Jahr überhaupt wieder stattfinden werden. Dabei ist es ja wirklich nicht selbstverständlich, dass Caro dieses Treffen Jahr für Jahr für Jahr immer wieder für uns ausrichtet. Aber doch, erleichtert habe ich gerade festgestellt, dass es auch 2017 wie gewohnt bei Draußen nur Kännchen mit den Monatszwölften weiter geht. Das ist schön, danke Caro! 💜)


Beinahe hätte ich sie frustriert ausgelassen, die ersten 12, denn mein Tag fing, abgesehen von meinem wirklich leckeren Frühstücksmuffin (dunkle Schokolade und Nüsse...), nicht so richtig inspiriert an...




Der Spruch auf dem Teebeutel sagte mir auch nicht wirklich was...


... und weil ich zu faul war, mir heute was zu essen mit ins Büro zu nehmen, musste ich mir irgendwann vollkommen ausgehungert für teures Geld eine Handvoll Mini-Borekas und ein …

"Seid ihr emotional ok?"

Das wurde ich heute von einer Freundin aus Deutschland gefragt und musste erstmal kurz überlegen, worauf sie sich wohl beziehen mag. Sekunden später war mir klar, dass es um den Anschlag in Jerusalem gehen muss, bei dem gestern 3 junge Soldatinnen und 1 Soldat getötet wurden und den ich, schon wieder in die hintere Schublade meines Bewusstseins verdrängt hatte. Er hat in Deutschland mehr Schlagzeilen gemacht als sonst, weil er so sehr an die Anschläge von Berlin und Nizza erinnert und sogar dazu geführt hat, dass das Brandenburger Tor heute Abend mit den Farben der israelischen Flagge angestrahlt wurde. Auf Facebook sammeln sich Beiträge dazu: Die Israelis sind tief bewegt über diese Geste der Solidarität aus Deutschland, denn viel zu oft fühlen sie sich von der ausländischen Berichterstattung ignoriert oder, und das ist für viele sogar noch schlimmer, einseitig repräsentiert.


Wir sind sehr bewegt. Das #BrandenburgerTor wird gerade angestrahlt in Gedenken an die Opfer des Anschlags in…

Samstagsfragmente #72 - neues Jahr, alter Alltag :)

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Heute 
waren wir bei herrlichem Wetter für ein gutes Stündchen im Zoo, danach zum Mittagessen bei den Schwiegereltern, wo wir das Mädchen und den Hund parkten um ins Kino zu gehen. Der neue Star Wars-Film Rogue One hat uns sehr gut gefallen, obwohl wir ihn nicht ganz einfach zu verkraften fanden. Ich will nicht spoilern, aber er ist tatsächlich wesentlich düsterer als die früheren Filme und ich würde auf keinen Fall mit jüngeren Kindern rein gehen. Für das Mädchen wäre es jedenfalls nichts. Toll finde ich, dass die neuen Star Wars-Filme über die Schauspieler der humanoiden Charaktere so eine große Vielfalt verschiedener Ethnien (Diego LunaRiz Ahmed, Donnie Yen u.a.) abbildet und - natürlich - dass wieder eine coole, starke Frau die Hauptrolle spielen darf. Das ist so wichtig für Mädchen in unserer Gesellschaft, dass sie sehen, dass auch in Filmen, die traditionell eher männlich dominiert sind und sich nicht explizit an Mädchen richten, Frauen wichtige Rolle spielen können.


Die Woch…

[Buch] Literarischer Jahresabschluss #BSBP16

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Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?
Das Paradies der Damen von Émile Zola - ich wollte länger nicht dran, weil ich dachte, dass der alte Wälzer sicher sperrig zu lesen ist und konnte es dann kaum weglegen, so modern und interessant fand ich es.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? 
Before I go to sleep (Ich. Darf. Nicht. Schlafen) von S. J. Watson - Das Buch wurde bei seinem Erscheinen 2011 so gehypt, dass ich sehr sicher war, dass es mich begeistern würde, als ich es vor ein paar Monaten in unserem Audible-Konto entdeckte. Leider fand ich es dann aber ziemlich mäßig, an den Haaren herbei gezogen und stellenweise sogar richtig öde. Wahrscheinlich habe ich einfach schon zu viele dieser Psychobeziehungsthriller gelesen.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum? 
Ich hatte tatsächlich noch n…

[Buch] Julia Dibbern: Wenn ich dich nicht erfunden hätte

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Endlich Studentin! Endlich weg aus der Provinz und auf eigenen Füßen stehen! Allerdings hat sich Leo das alles ein bisschen weniger schwierig vorgestellt mit dem Umzug in die Großstadt, denn ihre gemietete Bude ist eine nasskalte Katastrophe, der Wohnungsmarkt in Hamburg sowieso und als die Nachbarn anfangen, ihr vor die Haustür zu kotzen, will Leo am liebsten alles hinschmeißen und wieder nach Hause fahren. Doch da trifft sie zufällig auf Loris. Und der bietet ihr nicht nur spontan Hilfe an, sondern scheint direkt aus einer von Leos Geschichten geklettert zu sein - ihr Seelenverwandter, genau so wie sie ihn sich ausgedacht hat. Oder?


Julia Dibbern, die mir bisher nur als Sachbuchautorin bedürfnisorientierter Erziehungsratgeber bekannt war, schreibt eine wunderbar atmosphärische Prosa, der ich sofort verfallen bin. Die Beschreibung der Wohnung und der Tiefpunkte in Leos Stimmung in diesen ersten Tagen in Hamburg haben mich gefühlsmäßig auf eine Zeitreise in mein eigenes erstes WG-Zim…

Samstagsfragmente #71 – Jahresrückblick 2016

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Heute
Freue ich mich sehr, dass wir die letzten Tage des Jahres und unseres kurzen Urlaubs bei meiner Schwester und ihrer Familie verbringen dürfen. Mit dem ICE-Sprinter ging es gestern Nachmittag nach Frankfurt und von hier aus heben wir morgen wieder ab Richtung Israel. Da der heutige Samstag auf Silvester fällt, habe ich beschlossen, diesmal aus den Wochenfragmenten einen Jahresrückblick zu machen :)

Das Jahr
Wo ist 2016 nur geblieben? Seit ein paar Jahren kommt es mir so vor, als werden die Jahre immer kürzer...

Erfreuliches 2016
Januar
geglückte Tarifreform im öffentlichen Nahverkehr,
nicht ohne Startschwierigkeiten knackig kalte Temperaturen und viel Regen ein Benefizkonzert für die Flüchtlingshilfe in Jerusalem tapferes Arabisch lernen eine starke Inszenierung von Nathan der Weise in drei Sprachen

A photo posted by hadassale (@photo_fragment) on Jan 2, 2016 at 7:09am PST

Februar
die ersten Blumen bestaunt an einen heißen Sommertag in Salzburg erinnert unser altes Auto versch…