Sonntag, 23. Juli 2017

Samstagsfragmente #94 - feucht-klebrige Woche(n)



Gestern 


waren wir am See Genezareth auf einer Bat Mitzva-Feier. Schön ist es da oben ja schon, aber im Hochsommer lässt es sich kaum aushalten, die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind so heftig, dass selbst ich kaum wusste, wo ich mich lassen sollte, dem Gatten graute es vor der Reise schon Tage vorher. Ist aber alles gut verlaufen, die Straßen waren zum Glück frei und die Strecke ist inzwischen auch so gut ausgebaut, dass es keine elend lange Fahrerei über Land mehr ist.

Immerhin waren wir dadurch weit weg von all dem Elend, das zur Zeit in und um Jerusalem tobt. Man möchte abwechselnd heulen und wütend um sich schlagen.


Die Woche 



Woche für Woche fliegt dieser Sommer dahin, so wie das ganz Jahr eigentlich, und ich komme mit nichts mehr hinterher. Heidenei! Die erste Hälfte der Sommerferien ist schon beinahe wieder um (woran mich das Mädchen fast täglich traurig seufzend erinnert..) und wir haben sie bisher eigentlich ganz gut hinter uns gebracht, finde ich. Ok, dass das Mädchen eine fiese Halsentzündung von den Pfadfindern mitbringt, war so nicht geplant, aber dank Penicillin dann auch schnell wieder ausgestanden. Letzte Woche war das Kind mit einer gemischten Kindergruppe aus Israel und der Palästina in einem Kibbutz und hat viele spannende Erlebnisse mit nach Hause gebracht. Außerdem möchte sie jetzt unbedingt Arabisch lernen 💙

Während ihrer Abwesenheit konnten der Gatte und ich wieder einiges unternehmen, waren auf einem feinen Konzert der Band EinsHoch6 in einer Bar in Tel Aviv und an einem anderen Abend Luxushamburger essen, gleich bei uns um die Ecke. Beim Kinder- und Jugendfilmfestival in Tel Aviv hatte ich die Gelegenheit mir Tschick anzusehen, eine ganz wunderbare Verfilmung des Jugendbuches von Wolfgang Herrndorf, das ich schon vor einigen Jahren mit Vergnügen gelesen habe.


Erfreulichkeiten 

  • einige gute Bücher gelesen 
  • mit dem Gatten schon wieder eine sturmfreie Woche verlebt 
  • ein Familienessen ohne größere Katastrophen überstanden (es war richtig nett!) 
  • Post von Litographs bekommen ! Drin war ein buchiges Geschenk meiner Lieblingsfreundin 💜
  • nur noch vier Tage bis zu unserem Urlaub


Erlesenes 


Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler ist ein wahnsinnig berührendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

Aktuell schlinge ich an Kluftingers neuestem Fall Himmelhorn und amüsiere mich recht gut dabei. Ich lese die Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr in erster Linie wegen der skurill-gemütlichen Allgäuer Kulisse, aber der Mordfall im Bergsteigermilieu klingt dieses Mal auch ganz interessant.

Von Kira Minttu kommt am 1. August ein e-Short über Jako, eine der Hauptpersonen aus Keep on Dreaming für Kindle auf den Markt. Ich habe es schon mal vorab gelesen und war sehr gefesselt.


Foto der Woche 


das Foto meiner Parisplanungen wurde auf Instagram gerne gemocht, hier im Beitrag ist es auch zu sehen: Paris statt Guns


Webfragmente 


ein uraltes Fundstück aus der Harald Schmidt Show hat mich dieser Tage Tränen lachen lassen: Schwäbischkurs


Samstag, 15. Juli 2017

Paris statt Guns

Heute Abend geben die Guns 'n Roses ein einziges Konzert in Israel. Das erste seit 23 Jahren in legendärem Line-up mit Axl, Slash und Duff.

Mei, wäre ich da gerne hingegangen, aber der Gatte hat's mit Rock leider gar nicht und bei den Ticketpreisen macht es wenig Sinn, nur aus Gefälligkeit mitzugehen. Geschmerzt hat es mich aber schon vor ein paar Wochen, als ich akut hin und her überlegt habe, ob ich womöglich alleine hingehen soll oder doch den Gatten mitschleppen - horrende Preise hin oder her - aber ein Open Air in der israelischen Mid-Juli-Hitze ist vermutlich auch für hartgesottene Fans anstrengend, für Klassikliebhaber Ende 40, die es schon Zuhause auf dem Balkon im Sommer kaum aushalten, gerät es wahrscheinlich zur Tortur. Und wer weiß, ob die, ja nun auch nicht mehr ganz taufrischen, Rocker nicht im letzten Moment entscheiden, dass es ihnen eigentlich zu heiß ist und die Fans mit halber Leistung abspeisen?

Ihr merkt schon, ich rede mir diese verpasste Chance schön, vor allem gerade jetzt, wo mir Facebook die Fotos der glücklichen Konzertgänger in die Timeline spült, aber ich reiße mich zusammen, denn ich habe damals im April oder Mail, als es noch Tickets gab, sehr erwachsen und vernünftig (spießig!) entschieden, dass wir uns dieses Geld sparen, weil wir ja schließlich auch im Sommerurlaub noch ein bisschen Reserven für schöne Familienerlebnisse haben wollen.

In diesem Zusammenhang kam mir die Idee mit Paris. Eigentlich war ich gerade dabei, einen Besuch im Europapark zu planen (mit Übernachtung? Falls ja, in welchem Hotel? Mit Oma und Opa? Ohne? etc. etc.) als aus den Tiefen meines Unterbewusstseins die Schlagwörter "Disneyland!" - "Paris!" an die Oberfläche schwebten und ihre Widerhaken in mein Planungszentrum schlugen. Disneyland wäre für meinen Moana-Elsa-Rapunzel-Belle-Arielle-und-wie-sie-alle-heißen-Fan thematisch noch wesentlich passender als Europapark, und ich habe ja bekanntlich auch eine feministisch-völlig-unkorrekte Schwäche für Disney..

Also erstmal nach Busunternehmern gegoogelt, die Disneyreisen aus Deutschland anbieten. Gleich einen gefunden für günstiges Geld, aber die Bewertungen haben mich derart verschreckt, dass ich das unmittelbar wieder abgehakt habe. Eine Nachtfahrt im engen Reisebus mit zig Zwischenstops, womöglich ohne Pausen, einem übernächtigten Aufenthalt im Disneyland und anschließender Nachtfahrt zurück, wieder mit zig Zwischenstops etc. scheint dann doch eher weniger familienfreundlich.

Wie gut, dass Google auch von einem Sparangebot der Bahn für den TGV nach Paris wusste, sonst wäre womöglich alles im Sande verlaufen und ich hätte niemals in Erwägung gezogen, die Schnapsidee mit Disney zu einem kleinen Hauptstadttrip* auszubauen.



Die Planung steht dann jetzt also soweit:

1. Tag - Ankunft in Paris
Spazieren an der Seine, Louvre-Gelände, Tuilerien, Arc de Triomphe und Eiffelturm. Übernachtung im Hotel L'Elysée in unmittelbarer Nähe zum Disneyland
2. Tag - Disney bis in die Puppen, das Hotel hat netterweise einen Shuttle-Service bis kurz vor Mitternacht
3. Tag - Ausschlafen und zurück nach Paris
Île de la Cité, Notre Dame, Le Marais, eventuell Centre Pompidou und abends mit dem TGV zurück


Drei Tage Paris statt drei Stunden Konzert. Ich halte das für einen guten Deal. Doch.


*In Berlin und London waren wir ja schon erfolgreich...

Mittwoch, 12. Juli 2017

#12von12 im Juli 2017 - wie schade, dass man die Luftfeuchtigkeit nicht abbilden kann

Meine 12 Alltagsschnappschüsse von heute habe ich wieder auf Instagram als Story eingestellt, die Funktion gefällt mir für die 12 von 12 wirklich sehr gut und hilft mir auch während des Tages besser am Ball zu bleiben.

1: Ferienzeit = Kindaufbewahrungsproblemzeit, heute Ferienprogramm bei Savta in Tel Aviv
2: einfach eine Tageskarte auf Mädchens ÖV-Smartcard geladen und schon kann ich sie im Zug mitnehmen. (Die letzte Tarifreform hat wirklich vieles vereinfacht, man glaubt es kaum in Israel! Mit einem Guthaben kann man jetzt alle Verkehrsmittel nutzen und die Smartcards sogar per App aufladen)



3: am ersten Bahnhof in Tel Aviv steigt das Mädchen aus und wird von der Savta in Empfang genommen. Ich fahre noch ein Stück weiter. Auf dem Weg ins Büro fällt mir auf, dass meine Lieblingshochhäuser sich im Nachbarbürogebäude spiegeln. Nachdem ich schon fünf Jahre lang jeden Morgen daran vorbei schlurfe..
4: eine Kollegin hat Lieblingsschokolade mitgebracht <3




5: auch nach der Arbeit nehme ich heute den Zug, das Mädchen wird dort wieder zusteigen, wo ich sie morgens abgegeben habe
6: die Werbung für den BayernMarket (sic!) ist mir die Tage schon mal aufgefallen: Klassische Motive wie Dirndl, Wurst und Weißbier funktionieren offenbar auch mitten im trendigen Tel Aviv




7: Zuhause muss ich ein bestimmtes Papier in unserem Balagan suchen, nervig sowas
8: danach ist eine Lektion Französisch dran ....



9: ... bevor ich dieses tolle Buch anfangen kann, das mir ausgeliehen und nachdrücklichst empfohlen worden ist.
10: zwischendurch seit langem mal wieder die Nägel lackiert, der Gatte und das Mädchen kühlen sich derweil im Freibad ab


11: Wäsche gab es heute keine, dafür eine Spülmaschine auszuräumen und ein Abendessen zusammen zu improvisieren ....
12: ... und der Hund muss, so leid es mir tut, die Tiefenentspannung zu stören, auch noch schnell raus.



Wie war euer 12. Juli ?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. Juli 2017

Samstagsfragmente #93 - zwei Wochen in einer :)


Gestern 


haben wir unser Mädchen gehütet, das vom Pfadfinderlager völlig erschlagen nach Hause kam und dann prompt ein Fieber ausbrütete. Die Eindrücke waren wohl ein bisschen viel insgesamt und bei 2000 Kindern unter freiem Himmel möglicherweise auch der eine oder andere Virus unterwegs. Ich bin nur froh, dass es ihr nicht schon im Lager mies ging, das wäre richtig unangenehm geworden.

Für gestern Abend hatte ich unsere Frauengruppe zu einem Picknick im Park eingeladen. Männer und Kinder waren diesmal auch welcome, jeder brachte etwas zu essen mit und alle hatten es nett zusammen.

Die Woche 


... oder eigentlich die letzten zwei Wochen, ich bin ja schon wieder im Verzug, was die Wochenfragmente angeht, ging(en) mal wieder rasend schnell vorbei.

Erfreulichkeiten 


  • Das Mädchen ist (mit Abstrichen) wohlbehalten zurück! 
  • Der Gatte und ich hatten sturmfrei und waren gleich zweimal aus: einmal haben wir einen guten Kinofilm gesehen - Baby Driver hätte ich nach dem Titel nie in Erwägung gezogen, aber er lohnt sich, wenn man kein Problem mit überzogen-blutiger Action und Gewalt à la Pulp Fiction hat. 
  • das andere Mal führte uns zum Light Festival Jerusalem mit den spektakulären Lichtinstallation rund um die alte Stadtmauer. Leicht klaustrophobisch wird einem da ob der Menschenmassen, aber man muss es halt mal gesehen haben...
  • mit alten Freunden lecker Hummus gegessen 
  • noch drei Wochen bis zum Urlaub!


Erlesenes 


Auerhaus von Bov Bjerg habe ich diese Woche mit Vergnügen gelesen. Ein bisschen Tschick, ein bisschen Alina Bronsky, angesiedelt in der Provinz meiner Heimat im Jahrzehnt meiner eigenen Kindheit - hat mir gefallen.

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau plätschert dagegen eher zäh vor sich hin. Ich bin etwas angefressen, weil ich erst nach dem Kauf festgestellt habe, dass Nicolas Barreau als Autor fiktiv und die Originalversion des Romans nicht Französisch sondern Deutsch ist, obwohl in der deutschen Ausgabe eine Übersetzerin genannt ist. Aber da dies letztlich fast 1:1 der Handlung des Romans entspricht, finde ich das fast schon wieder selbstironisch witzig. Überzeugen kann es mich bisher trotzdem nicht, dafür ist es viel zu vorhersehbar.

Angefangen habe ich auch den diesjährigen Man Booker Prize Gewinner Kommt ein Pferd in die Bar von David Grossmann. Ich fürchte fast, dass ich es im hebräischen Original lesen muss, denn die deutsche Übersetzung fühlt sich auf den ersten Seiten ziemlich sperrig an, aber vielleicht muss ich mich auch nur daran gewöhnen.

Auf den Ohren habe ich aktuell Hool von Philipp Winkler - auch so eine etwas herausfordernde Lektüre über eine Randgruppe, die man sonst nur aus den Schlagzeilen kennt.

Foto der Woche 


Bunte Regenschirm, die in (Groß-)Städten zwischen Hochhäusern schweben, sind seit ein paar Jahren ziemlich "in". Klar, dass auch Israel mitmischen muss, hier in einer Seitenstraße in Jerusalem:


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Webfragmente


ein bunter Strauß von Videos, diesmal nur für Englischversteher, sorry...

Jamie Oliver erzählt über sein Leben als Schüler mit Dyslexie und warum das klassische Schulsystem überbewertet ist: Video (English)

Eine israelische Soldatin erzählt von ihrem Dienst als Sanitäterin an der syrischen Grenze... Video (Hebräisch mit UT)

Eine tragisch-lustige Parodie darüber, wie es hier in 20 Jahren aussehen könnte, wenn wir den Konflikt nicht endlich gelöst kriegen: Video (Hebräisch mit UT)

Mein Lieblingsvlogger Nas über seine "unmögliche" Liebe in eben diesem Konflikt: Video (Englisch)




Und bei euch so?  


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Samstag, 1. Juli 2017

[Buch] Julia Dibbern: Wolkendämmerung

Ein neuer Ink Rebel ist da!

Pünktlich zur Ferienzeit nimmt uns Julia Dibbern in ihrem Jugendthriller "Wolkendämmerung" mit ins sonnige Kalifornien. Mit einer aufwändigen Release-Party auf Facebook, in deren Mittelpunkt eine virtuelle Schnitzeljagd stand, um den verschwundenen Protagonisten Nick wieder zu finden, haben die Ink Rebels mit ihren Lesern das Erscheinen des neuen Buches gefeiert. Jede Menge Hinweise auf das Buch, Fotos von den Originalschauplätzen in Kalifornien, Cocktail-Rezepte aus anderen Büchern des Labels, eine große Verlosung und Small Talk mit dem gerade rechtzeitig wieder aufgetauchten Nick Hansen, den man sogar auf Facebook befreunden kann, machten richtig Lust auf "Wolkendämmerung". Ansehen kann man die Beiträge auch nach der Party noch hier.




Was steht drin?


Der 17-jährige Nicholas muss allerlei Gelegenheitsjobs annehmen, um sich und seinen Vater über Wasser zu halten, der mit dem Schreiben von Drehbüchern nur mäßig erfolgreich ist, seit die Mutter die Familie verlassen hat. Laufen an der Pazifikküste und knallhartes Parkourtraining helfen Nick beim Stressabbau und halten ihn fit, Geborgenheit und Familienanschluss findet er bei seinem bestem Freund Zac, denn seine Lebenssituation droht ihm zunehmend über den Kopf zu wachsen, so sehr er es auch zu verbergen versucht. Richtig in seinem Element ist Nick nur dann, wenn er die Welt durch seine Kameralinse sieht, und als er beauftragt wird, als Fotograf auf einem Forschungsschiff mitzufahren, glaubt er den Job seines Lebens gelandet zu haben. Doch bald darauf entdeckt er Ungereimtheiten im Umfeld der Klimaschutzorganisation und als er zuerst verfolgt und dann bedroht wird, steckt er schon viel zu tief in der Sache drin...

***

Klingt ein bisschen wie der Klappentext zu einem Poznanski-Buch? Finde ich auch. Und tatsächlich habe ich mich beim Lesen von "Wolkendämmerung" immer wieder an meine Lieblingsbücher von ihr erinnert gefühlt. Besonders am Anfang steckt so viel Tempo und Suspense in Julias Thriller, dass ich nach der ersten großen Leseprobe vor einigen Monaten unbedingt wissen musste, wie die Geschichte um Nick und seine Freunde weitergeht. Die atemlose Spannung vom Einstieg hält er zwar nicht durchgängig, dafür lässt er sich Zeit für die Vorstellung der Charaktere und ihre Beziehung zueinander. Alle haben sie Ecken und Kanten und nein, Nick lebt zwar in Kalifornien, ist aber kein Abziehbildbeachboy. Sogar die Liebesgeschichte ist so allmählich-realistisch aufgebaut, dass es mir bis zum ersten richtigen Knistern fast schon ein bisschen zu lang gedauert hat. (Aber ich bin auch eine hoffnungslose Romantiktante bei Büchern und das hier ist schließlich ein Thriller und keine Romance, so.)

Am Ende des Romans bleiben Gewissensfragen offen und regen zum weiteren Nachsinnen an, ohne dabei oberlehrerhaft daher zu kommen. Das finde ich wichtig, denn die im Buch angerissenen Themen Umweltschutz, Klimawandel und Aktivismus in Zeiten politischer Umbrüche, sind ja brandaktuell und werden die Jugendlichen von heute wohl ihr ganzes Leben beschäftigen.

Gerne hätte ich noch mehr über das alltägliche Leben von Nick und die Hintergründe seiner Familiensituation erfahren, aber das hätte vermutlich den Rahmen des ohnehin recht umfangreichen Thrillers gesprengt.  Aber vielleicht schenkt uns Julia ja mal eine Bonus-Backstory. Oder so.

Danke, dass ich wieder vorablesen durfte :)


"Wolkendämmerung" ist ab sofort als Kindle eBook für 3,99 Euro erhältlich. Als Klappbroschur ist es im Amrun-Verlag erschienen und kann dort oder über euren Buchhändler bestellt werden. Eine ausführliche PDF-Leseprobe gibt es hier

Samstag, 24. Juni 2017

Samstagsfragmente #92 - Pfauen in echt und Pfauen im Buch


Heute 


haben wir lange ausgeschlafen, weil es gestern bei der Geburtstagsfeier eines Freundes sehr spät geworden ist, danach Pancakes gegessen, gelesen, gespielt und in den Tag gegammelt. Am Nachmittag machten wir uns auf in den Zoo, die letzten beiden Stunden des Tages sind immer die besten - die Menschenmassen sind schon abgezogen, die Tiere kommen langsam zur Ruhe, es ist bestes Fotografierlicht und da wir ja die Jahreskarte haben macht es auch gar nichts aus, wenn wir nur bei unseren Lieblingstieren vorbei sehen. Heute habe ich gelernt, dass das Mädchen den Ameisenbär besonders ins Herz geschlossen hat, der sich aber leider diesmal nicht sehen ließ, vermutlich hatte er sich schon aufs Ohr gelegt.

Die Woche 


Erfreulichkeiten 


  • an einem Ramadan-Fastenbrechen mit arabischen und jüdischen Frauen teilgenommen 
  • endlich Wonder Woman gesehen! (Israel 💙 Gal Gadot) 
  • mit Freunden zusammen gesessen 
  • angenehme Temperaturen gehabt 
  • Duolingo sagt, ich könne jetzt immerhin schon 3% Französisch (mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...) 


Erlesenes 

der neue Ink Rebel Wolkendämmerung von Julia Dibbern (Jugendthriller, erscheint am 1. Juli) ist bei mir als Vorabexemplar auf den Kindle geflattert und ich bin schon auf den ersten Seiten total angefixt :)

Überraschend kam ich diese Woche an Ursula Poznanskis neuesten Krimi Schatten und habe ihn sofort verschlungen. Das ging mir bisher mit allen Poznanski-Büchern so, ich bin Fan.

Gar nicht reingekommen bin ich hingegen in The Ides of April von Lindsey Davis. Weder Charaktere, noch Handlung, noch Atmosphäre konnten mich richtig fesseln und als das auch bei über 40% nicht besser wurde, habe ich - ganz entgegen meiner Gewohnheit - abgebrochen.

Auf den Ohren habe ich aktuell Die Pfaueninsel von Thomas Hettche. Gefällt mir gut, obwohl (oder gerade weil?) es wohl etwas gekürzt wurde für die Hörbuchausgabe.

In Sand von Wolfgang Herrndorf bin ich jetzt auch gut drin, obwohl der Anfang ein bisschen holperig war.


Foto der Woche 


Die herzförmigen Waffeln meiner Schwester haben letzte Woche viele geherzt :) Fotografiert habe ich sie schon an Silvester, als wir dort zu Besuch waren, und jetzt zu Fees Formenchallenge wieder ausgegraben. Irgendwie ist aus dieser Insta-Challenge für mich aber seit ein paar Tagen die Luft ein bisschen raus..

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Webfragmente


Schön: Fotos die Teilnehmer eines Wettbewerbs zur Wahl des besten Jerusalem-Fotos eingeschickt hatten (Durchklicken)

Typisch Israelis: Ein Musikvideo von El Al zu Ehren von Britney Spears, die demnächst mit der israelischen Fluglinie zu einem Konzert nach Tel Aviv anreist. (Video)

Abgesprochen? Französische Busfahrer und britische Schüler protestieren in Röcken gegen rigide Kleiderordnungen, die kurze Hosen auch bei extremer Hitze verbieten.

Niedlich: ein Babyelefant jagt Vögel (Video)



Und bei euch so?  


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Mittwoch, 14. Juni 2017

#12von12 (diesmal erst am 14. und nur mit 11 Fotos im Juni 2017)


1 - Kaffee und Kindle im Bus
2 - im Büro habe ich noch ein paar Luxusteebeutel, courtesy eines lieben Kollegen


3 - später am Nachmittag brauche ich noch mal einen Kaffee, damit ich den Arabischunterricht durchstehe. Der ist zur Zeit eher zäh, weil ich kaum Zeit zum Üben habe.
4 - da kommt mir die letzte Mini-Baklava zum Kaffee gerade recht. Diese kleinen Schweinereien hat uns der Chef von einer Reise nach Kairo mitgebracht, lecker :)



5 - zu dieser Jahreszeit ist es um 19:00 auch in Israel noch hell, auf dem Weg zum Bahnhof komme ich an diversen Neubauprojekten vorbei - Wahnsinn, wie schnell die hier entstehen
6 - eine Optikerkette wirbt derzeit großflächig mit Einhörnern, der Zusammenhang erschließt sich mir nicht wirklich, aber hübsch ist es


7 - am Bahnhof habe ich noch ein bisschen Zeit...
8 - ... mich ein wenig umzuschauen


9 - ... und mein derzeitiges Hörbuch (The Dry, höre ich sehr gerne!) wieder in die Ohren zu stöpseln 10 - letzte Haltestelle: Stadtbus. Welche Linie hier fährt und vor allem wohin kann man hier aber schon lange nicht mehr erkennen ;)


11 - Zuhause blättere ich noch ein bisschen in der neuen Zeitschrift des Mädchens und bin entzückt über das schnuffige Faultier auf dem Cover. Zu einem 12. Foto reicht es leider nicht mehr, hmpf.



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 11. Juni 2017

Samstagsfragmente #91 - Gazellen in Jerusalem




Gestern



Abend habe ich Tickets für den Eiffelturm bestellt (und dann prompt einen Albtraum gehabt, dass ich dort war und vergessen habe, Fotos zu machen ... )

Abgesehen davon, waren wir gestern seit langem mal wieder auf einem Ausflug mit unserer Wandergruppe, diesmal in Jerusalem und das war - obwohl wir uns immer einbilden, die Hauptstadt ganz ordentlich zu kennen - sehr informativ.

Falls ihr Lust habt, unsere Route virtuell nachzuspazieren, klickt einfach hier.

Begonnen haben wir unsere Wanderung im Rosengarten, der gegenüber des israelischen Parlaments, der Knesset, angelegt ist und über 15.000 Rosenbüsche verschiedenster Züchtungen pflegt. Der junge Wanderführer hatte eine kleine Schnitzeljagd vorbereitet, die uns in Gruppen kreuz und quer durch den ganzen Park schickte und einigen interessanten Fragen nachging. Anschließend führte er uns an der Knesset und der großen Menorah des britischen Künstlers Benno Elkan vorbei in Richtung des weitläufigen Sacher Parks.


Menorah, Benno Elkan
Blick auf die Knesset durch Sicherheitsglas

Bei einer kleinen Vogelbeobachtungsstation machten wir halt, an einer antiken Olivenpresse (kennt man eine, kennt man alle...) auch und durchquerten das Tal des Kreuzes, wo der griechisch-orthodoxen Legende nach das Holz für Jesus' Kreuz herstammt und im 11. Jahrhundert ein mächtiger Steinquader errichtet wurde, in dem bis heute von einigen Mönchen der Klosterbetrieb aufrecht erhalten wird. Das Gebäude ist das größte überhaupt, das aus dieser Zeit in Gänze erhalten ist.

Weiter ging es durch das Rehavia-Tal bis zu einer bekannten Jerusalemer Skulptur, die vielen als "Jakobsleiter" bekannt ist. Geschaffen wurde sie von dem israelischen Bildhauer Ezra Orion und symbolisiert das Streben der Menschen zum Himmel.



Unsere letzte Station war das erst kürzlich für Besucher erschlossene "Gazellental". Das rund 100-Hektar große Brachland hätte eigentlich einer neuen Wohnsiedlung weichen sollen, doch der Widerstand einer Bürgerbewegung war so groß, dass schließlich entschieden wurde, das Land als Naturschutzgebiet zu bewahren und der Bevölkerung zugänglich zu machen. Heute leben dort über 20 Gazellen, die von verschiedenen Aussichtspunkten beobachtet werden können. Gegen Pfand können Besucher Ferngläser leihen und in schattigen Sitzecken Ausschau nach den Tieren halten. Eine wunderschöne Oase mitten in der Stadt.

Da werden wir nicht das letzte Mal gewesen sein - man stelle sich nur vor, wie schön es da im Frühjahr oder Spätherbst sein muss, wenn alles grünt und blüht!




Die Woche


Erfreulichkeiten


  • Paris weiter geplant - Hotel, TGV und Eiffelturmtickets sind schon mal klar gemacht
  • vom Gatten den Lonely Planet Paris für Kindle geschenkt bekommen 
  • nur noch knapp drei Wochen und drei Prüfungen bis zu den Sommerferien, uff. 
  • Pfadfinderlager und Sommerlageranmeldung erledigt
  • schon zwei Dates mit lieben Freundinnnen für den Sommerurlaub ausgemacht

Erlesenes


Lonely Planet Paris 😊

Angefangen habe ich außerdem Sand von Wolfgang Herrndorf und The Ides of April von Lindsey Davis , kann aber noch nicht wirklich viel dazu sagen. Letzteres spielt im alten Rom, ich habe "ein Buch, das in der Antike spielt" auf meiner Leseliste für dieses Jahr... 


Foto der Woche 



Für Fees Challenge habe ich auch letzte Woche in der Kiste gekramt und ein Foto mit einem Schachbrettmuster aus Lemesos gefunden, das unglaublich oft geherzt wurde.


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Webfragmente


Eine Freundin von mir vermietet ein Zimmer in Tel Aviv auf Airbnb, also falls ihr oder jemand, den ihr kennt, eine gut gepflegte Unterkunft mit lokalem Charme und Kontakt zu echten Locals sucht, bei Debbie seid ihr an der richtigen Adresse (Link)

Ein Artikel über Einzelkinder hat mir gut getan (Englisch)

Ferdinands Coldplay-Erlebnis in München fand ich klasse - (Artikel mit Video)



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Sonntag, 4. Juni 2017

Samstagsfragmente #90 - Strand und Schnapsideen



Gestern


waren wir – womöglich zum ersten Mal in diesem Jahr überhaupt (?) – für ein paar Stündchen am Strand. Wenn wir das machen gehen wir bewusst immer erst am späten Nachmittag los, dann lösen sich die Menschenmassen langsam auf, die Sonne steht schon recht tief und sticht nicht mehr so und wenn man einen guten Tag erwischt, gibt es sogar eine frische Brise vom Meer. Während der Gatte und das Mädchen sich im und am Wasser vergnügten, las ich in meinem Kindle und hütete das Hundeding, das in Habachtstellung neben mir auf der Decke ausharrte. Wenn das Rudel an einem fremden Ort nicht beisammen ist, ist sie nämlich immer tendenziell unentspannt. Am allerliebsten wäre es ihr, wenn wir alle immer gemeinsam zuhause auf dem Sofa sitzen könnten, Hunde!

Außerdem haben wir eine verrückte Schnapsidee für unseren Sommerurlaub weiter verfolgt und festgestellt, dass sie so verrückt gar nicht ist. Heute habe ich spontan Nägel mit Köpfen gemacht – Disneyland Paris wir kommen!


Die Woche


Erfreulichkeiten


  • Urlaubspläne gemacht (s.o.) 
  • An einer weiteren Friedensaktion teilgenommen (macht mich das jetzt schon zur Aktivistin?) 
  • Fee hat eine neue Instagram-Challenge, diesmal nicht mit Farben, sondern mit Formen
  • apropos Instagram: ich habe die 600er Marke geknackt und halte sie schon beinahe zwei Wochen 
  • Das Mädchen hatte nach einigen frustigen Reitstunden endlich mal wieder ein gutes Erlebnis und vielleicht ein neues Lieblingspferd <3

Erlesenes



Das Schneemädchen von Eowyn Ivey hat mich, obwohl ich den Frost des Winters in Alaska beim Lesen förmlich spüren konnte, nicht kalt gelassen. Es ist ein wunderbar erzähltes, dabei sehr realistisches Märchen über Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und die Härte einer wunderschönen Wildnis. Kann ich empfehlen.


Jetzt lese ich gerade Legion, den vierten Band der Drachensaga Talon von Julie Kagawa. Die Geschichte wird langsam ein bisschen repetitiv, wie eine gute Actionserie, aber ich lese sie trotzdem sehr gerne, weil ich die Charaktere und das Setting sehr mag.


Foto der Woche 



Ein Kunstwerk des Künstlers Nahum Tevet hat bei der Formenchallenge mitgespielt und wurde gemocht.


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Webfragmente



Die EU hat Klassentreffen und verabredet sich per Chat, so witzig (Filmchen)

Ein freundlicher Netzbürger hat mit Photoshop eine Fotosammlung repariert, die für Menschen mit einem (zwanghaften) Hang zu symmetrischer Harmonie sehr unangenehm anzusehen war. (Diaschau)

Agatha Christie’s Mord im Orient Express kommt demnächst neu verfilmt in die Kinos. Mit Starbesetzung, für mich ein Must-See in diesem Herbst (deutscher Trailer)

Und einen lustigen Witz habe ich auch noch: 
Wie heißt noch mal der kleine Gallier, der alle vom Arbeiten abhält?  - Netflix  😆


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Dienstag, 30. Mai 2017

#12telBlick 2017 - Kaktus und Mandelbäumchen (Mai)

Frohes Wochenfest ! חג שבועות שמח


Zwei Monate ist es schon her, dass ich hier den letzten 12tel-Blick eingestellt habe. Zwar habe ich im April auch ein Foto gemacht, aber es fehlte die Zeit, es Ende des Monats in einen Blogeintrag zu verpacken und irgendwann war es dann schon Mitte Mai und die Gelegenheit irgendwie vertan. In der Übersichtsseite ist es aber zu sehen.

Hier aber jetzt der Mai-Blick:



Mein Blickwinkel hat sich seit März ein bisschen verschoben, weil das hohe trockene Gras so sehr wuchert, dass es schwierig ist, zu meiner ursprünglichen Ausblicksstelle zu kommen. Jedenfalls ohne das Risiko, dabei eine Schlange aufzuscheuchen, und das will ich ja nicht. Der grüne Hügel ist innerhalb kürzester Zeit braun-gelb geworden, Gräser und zarte Wildblumen sind verschiedensten Distelsorten gewichen. Ganz neu dabei dieses wunderhübsche Exemplar, die ich spontan als eine Art Silberdistel verortet hätte:




Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Hügel dauern ebenfalls noch an. Einer Infotafel habe ich jetzt entnommen, dass die Ruine eines Turms aus Kreuzfahrerzeiten näher untersucht werden soll, sowie die Reste eines römischen Gebäudes, das unter dem Turm gefunden wurde. Ich muss mal eruieren, wann wieder Ausgrabungstage für die Öffentlichkeit stattfinden, das wäre sicher interessant.



Alle Blicke des Jahres sammle ich hier.


// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //

Sonntag, 28. Mai 2017

Samstagsfragmente #89 - Sommer


Gestern


war Sommer. Heute auch, aber nicht mehr ganz so brennend heiß. Morgen wahrscheinlich auch. Der Juni steht vor der Tür und damit müssen wir uns so langsam damit anfreunden, dass es mit den frischen Frühlingstemperaturen wohl bald vorbei ist.

Am Abend bin ich mit einigen Freundinnen nach Tel Aviv auf eine Kundgebung für die Zwei-Staatenlösung gepilgert. Mit uns waren über 15.000 Friedensoptimisten dort, die Hoffnung stirbt zuletzt.


Die Woche


begann bei uns mit der Bat Mitzwa von Chutzpis Tochter, die gerade 12 geworden ist. Ein rauschendes Fest mit mehreren hundert Gästen, das wunderbar organisiert und durchgeführt war. In jedem Detail konnte man erkennen wie viel Herzblut im Vorfeld in diese Feier geflossen ist, und so wurde es ein wirklich unvergesslicher Abend für alle Anwesenden. Natürlich war das Mädchen schwer beeindruckt und konnte sich gar nicht losreißen. 



Erfreulichkeiten


  • Trump war da und dann auch schnell wieder weg ;-) 
  • meine Eltern hatten im fernen Norwegen einen schönen Urlaub zum 40. Hochzeitstag 
  • der örtliche Schuster hat für kleines Geld meine Sandalen repariert - neue wollte ich jetzt nicht unbedingt kaufen müssen 
  • ein kleines Carepaket mit Tee aus Deutschland bekommen 
  • auf dem nicht mehr so grünen Hügel wieder neue Entdeckungen gemacht


Erlesenes 


Margaret Atwoods dystopischer Roman Oryx and Crake hat mich dann doch, so genial er auch aufgezogen und atmosphärisch durchdacht ist, nachhaltig verstört. Schreckliche Zukunftsvorstellung.

Dead Simple wird nicht mein letzter Krimi von Peter James gewesen sein, obwohl ich ihn zum Ende hin dann doch ein wenig arg verwickelt und abstrus fand. Aber spannend bis zur letzten Minute!

Jetzt versuche ich gerade, in Das Schneemädchen von Eowyn Ivey hinein zu finden. Das ist wieder ein ganz anderes Erzähltempo..


Foto der Woche


Mein Foto von der Demo gestern wurde von TimeOut Tel Aviv weitergeteilt und hat dort fast 1000 Herzchen gesammelt. (Und leider auch eine Reihe rechtsradikaler gewaltverherrlichender Kommentare. Seufz.)



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Webfragmente



diese Woche waren wieder einige interessante Dinge im Netz, hier eine Auswahl:

Artikel auf Tagesschau.de zur Kundgebung in Tel Aviv gestern Abend.

Die ze.tt hat eine Übersicht auf über verschiedene berühmte Gästebucheinträge in Yad VaShem - ja, auch Donald Trump.

Eine Stadtführung in Echtzeit durch mein altes Viertel mit dem Graffiti-Kenner und Hebräisch-Erklärbär Guy Sharett gibt es hier (Lang!)

Entenküken sind scheinbar gerade besonders viral - hier in einer dramatischen Rettungsaktion in Slowenien (Küken im Gulli)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //







Samstag, 20. Mai 2017

Samstagsfragmente #88 - trocken aber nicht ganz trist


Heute


haben wir mal wieder eine kleine Runde auf dem Hügel gedreht. Dort ist inzwischen das schöne Grün einer trockenen Steppe gewichen, Disteln und Dornen locken aber immer noch Bienen und Schmetterlinge an. Das Exemplar oben klammerte sich an der Distel fest, um nicht vom Wind davon geblasen zu werden (noch mehr Distelfotos habe ich vorhin auf Instagram eingestellt).

Außerdem ist Schlangen-Saison! Der Gatte hat heute ein großes Exemplar fliehen sehen, ich konnte nur nur noch ein Geraschel im Gesträuch hören. Obwohl nicht alle Schlangen in Israel giftig sind, sollte man in dieser Zeit unbedingt auf den Wegen bleiben und lange Hosen sowie festes Schuhwerk tragen. Mein 12tel Blick ist zur Zeit gar nicht zugänglich, wenn ich diese Regel befolgen will (und das will ich, vor allem, wenn ich alleine unterwegs bin, denn der Hund würde im Ernstfall nicht den Notarzt rufen.. 😉), deshalb habe ich Ende April das Foto aus einem etwas anderen Winkel geschossen. Mal sehen, wie es in 10 Tagen aussieht, wenn der Maiblick ansteht.




Die Woche


Erfreulichkeiten


  • ein bisschen Regen! Sehr, sehr unverhofft, nachdem wir schon wieder knapp 40° hatten 
  • in der Schule soll ein kleiner Chor zustande kommen, das Mädchen übt eifrig für's Vorsingen
  • ein Kompliment für einen Artikel bekommen, den ich auf Englisch geschrieben habe 
  • ganz friedlich mit dem Mädchen auf eine Englischarbeit gelernt 
  • mich erfolgreich vor einem Schulausflug gedrückt und stattdessen den Gatten geschickt 

Erlesenes 


The Circle von Dave Eggers hat mich emotional so gestresst, dass ich es am Ende weglegen und das letzte Kapitel mit einem Tag Abstand lesen musste. Dabei fand ich die Idee und Handlung nicht mal so bahnbrechend, aber die ständige Netzaktivität der Charaktere war so nervenaufreibend geschildert, dass ich beinahe alle meine Accounts stillgelegt hätte. Spannendes Buch, das ein paar Jahre nach seiner Veröffentlichung noch ein bisschen mehr Realität geworden ist.

Aktuell lese ich von Margaret Atwood den Auftakt einer dystopischen Trilogie - Oryx and Crake. Wirft viele herausfordernde Fragen auf und ist ungemütlich zu lesen, so wie es sich für das Genre gehört.

Parallel dazu habe ich meinen ersten Krimi von Peter James angefangen. Der Gatte hat von ihm schon einige mit Begeisterung gelesen und ich muss sagen, dass mich Dead simple (Deutsch:"Stirb ewig") gleich auf den ersten Seiten ziemlich eingesaugt hat.

Foto der Woche


Strandbilder sind immer gut:

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// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //




Sonntag, 14. Mai 2017

Samstagsfragmente #87 - Essen und entspannen

Tel Aviv, vom Uni-Campus aus


Gestern


haben der Gatte und ich richtig ausspannen können. Beziehungsweise, wie man bei uns in der Familie sagt - "abschlaffen". Das Mädchen war fast den ganzen Tag mit den Pfadfindern unterwegs, es war phasenweise drückend heiß, da hatten wir keine großen Ambitionen für Unternehmungen. Den Abend verbrachte ich bei einem meiner Frauenabende und bekam dort das beste Lammfleisch aufgetischt, das ich je gegessen habe (ich bin nämlich eigentlich kein Lammfan): Es war so zart, dass es beinahe auf der Zunge zerging, wirklich lecker. Dazu gefüllte Zucchini und Auberginen, Salate, Hummus und zum Nachtisch Baklava und Kanafeh, wenn ich das so rekapituliere wundert mich fast, dass keine von uns anschließend die Treppe runtergerollt ist :)

Die Woche

Erfreulichkeiten


  • mit der Arabischlehrerin spontan eine Modeveranstaltung (u.a. mit den wunderschönen israelisch-palästinensischen Designerkleidern von Two Neighbors) besucht und dort - unverhofft - eine frühere Bekanntschaft erneuert
  • einen wichtigen ehrenamtlichen Termin gut hinter mich gebracht 
  • verschiedene Lösungen in Sachen Sommercamps für das Mädchen beginnen sich abzuzeichnen (und ich habe jetzt schon wieder ein paar graue Haare mehr, wie jedes Jahr) 
  • Lag baOmer an uns vorbei ziehen lassen, ohne selbst involviert zu sein - yeah! 
  • das zweite Eltern-Lehrer-Kind-Gespräch des Jahres ist gut verlaufen, unglaublich, dass die vierte Klasse jetzt fast schon rum ist

Erlesenes 


Eine Kindle-Leiche habe ich diese Woche gelesen - Death in the Tunnel von Miles Burton ist ein klassischer englischer Krimi in der Machart von Agatha Christie und co. Am Ende werden die Bösen gehängt (wie es sich gehört, O-Ton).

Aktuell lese ich The Circle von Dave Eggers. Das hatte ich schon länger auf meiner Wunschliste und habe es neulich im 2nd-Hand Buchladen entdeckt. Sehr, sehr ungemütlich zu lesen, aber es packt mich nicht ganz so, wie ich es erwartet hätte.

Foto der Woche


Ein Nicht-Selfie von mir wurde diese Woche gemocht:

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Webfragmente


Die israelische Autorin Mirna Funk lebt abwechselnd in Berlin und Israel. In einem Artikel beschreibt sie die Unterschiede in der Gesellschaft in Bezug auf Kinder. Liest sich ein bisschen traurig insgesamt. Zeit-Artikel

Das niedlichste Video auf Facebook diese Woche war eine Schar Entenküken, die eins nach dem anderen mutig der Mama hinterher in einen See hopsen (Video)

Und das witzigste der freundliche Tigermann, der den großen Fehler macht, seine Gefährtin aufwecken zu wollen (Video)


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //










Freitag, 12. Mai 2017

#12von12 - alles neu macht der Mai :)

Nein, damit ist nicht gemeint, dass ich jetzt wieder wie wild anfangen werde zu bloggen oder gar den Blog komplett neu aufziehe. Nein, ich habe lediglich für die heutigen 12 von 12 (die kann ich einfach nicht auslassen, dazu hänge ich zu sehr an dieser monatlichen "Tagesschau"), nun endlich einmal die Story-Funktion auf Instagram ausprobiert habe. Eigentlich bin ich mit meinem Instagram als digitale schicke Fotosammlung sehr zufrieden und habe meist nicht das Bedürfnis, ganz schnöde Schnappschüsse aus meinem Alltag zu zeigen, aber für die 12 von 12 könnte sie sich ganz gut eignen, dachte ich...

1 - Kaffee zum Aufwachen. Da der Gatte über Nacht außer Haus war und für eine Person die große Kaffeekanne nicht wirklich lohnt, heute nur Instantplörre
2 - das Hundeding kuschelt noch ein bisschen....



3 - ... dann geht es auf die Gassirunde an diesen spannenden Sträuchern vorbei. Blüten in zwei Farben, die sind mir bisher noch nie aufgefallen
4 - die Wochenendausgabe der "Haaretz". Der Gatte hat sie abonniert, mir sind die Artikel auf Hebräisch meist zu anstrengend, ich lese die Online-Ausgabe auf Englisch  (Aber die Karikaturen schaue ich mir immer mit Vergnügen an, hehe)




5 - beim Wochenendeinkauf mit einem über 90-jährigen heute, hatte ich richtig Spaß. Noch zur britischen Mandatszeit geboren und in Jerusalem aufgewachsen, hat der Mann einen reichen Geschichte(n)schatz
6 - anschließend habe ich das Mädchen ins Auto gesetzt und bin mit ihr in den Zoo gefahren. Da ich aus kurzfristiger Verpeiltheit die richtige Ausfahrt verpasst hatte, mussten wir lange an einer Ampel anstehen



7 - umso schöner, dass man im Zoo ganz ohne Scherereien einfach die Jahreskarte zücken und auch mal kurz vor Torschluss gehen kann, wenn kaum noch jemand dort unterwegs ist
8 - Junggiraffe! (Sekunden vorher hat sie sich versucht, mit dem schwarzen Stab zu massieren)



9 - die Wüstenfüchse bekommen bald ein neues Gehege, darauf freuen wir uns auch schon, nicht nur die Füchse
10 - Zuhause wartet mein eigener Wocheneinkauf schon vor der Tür, wegräumen werde ich ihn später



11 - inzwischen ist nämlich der Gatte zurück und es gibt ordentlichen Kaffee, zum Lesen habe ich aber nicht wirklich Zeit, denn unser Abendessen kocht sich ja leider nicht alleine
12 - gegen halb Sieben steht die Sonne schon tief, sogar das Hundeding wirft einen langen Schatten




Das war ein guter Tag - und bei euch?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //