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Es werden Posts vom September, 2016 angezeigt.

Ein Frohes Neues Jahr 5777 (Lied)

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Ich habe die Tage so viele Gedanken gewälzt, zum Neuen Jahr, zum Wahlkampf in den USA, zum Tod von Shimon Peres und würde sie gerne ordentlich ausformulieren, nur komme ich einfach nicht dazu.

Einen kurzen Segensgruß will ich aber auf jeden Fall mal kurz hier hinlegen, denn das jüdische Neue Jahr beginnt am Sonntagabend. Möge es viel Gutes bringen. Nicht nur für Israel und das jüdische Volk.





Geschickt hat mir diese wunderschöne Lied eine arabische Freundin, das macht es besonders süß für mich.


Samstagsfragmente #59 - Hochzeit, Höhlen, Hipster

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Gestern
waren wir in Tel Aviv unterwegs. Erst bei den Schwiegereltern zum Mittagessen, danach in der wahrscheinlich schicksten Wohnung der ganzen Stadt zum Kaffee. Und damit meine ich richtig stylisch, so wie man es aus Magazinen kennt, dabei aber unheimlich individualistisch und geschmackvoll. Also nicht die Sorte "Ich hol mir jetzt mal einen Innenarchitekten, lege richtig viel Geld hin und lass den mal meine Wohnung durchstylen", sondern ein gewachsener, eigener Stil. Ich weiß, dass der Bewohner dieses Schmuckstücks hier mitliest, deshalb kann ich es ja ruhig sagen: Der Besuch bei dir hat mich einigermaßen sprachlos zurück gelassen, mein Lieber, obwohl ich durchaus auf einiges gefasst war! (Danke noch mal für die Einladung)

Danach ging es zu Fuß weiter zu einem Beach-Berlin-Club-Event in unserem alten Kiez (hier hab ich mal über unsere erste Wohnung geschrieben), bei dem Kollegen von mir mitgewirkt haben. Auch ein typisches Tel Aviver Ding dieses Club-Restaurant in einer …

Neuschwanstein, Baby!

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oder: Urlaubserinnerung aus der Konserve  In unseren Sommerurlaub versuchen wir immer richtig viel Programm zu packen, damit wir das Gefühl haben, auch ein bisschen touristisch unterwegs gewesen zu sein. Nur gemütlich ausspannen bei der lieben Familie ist zwar auch sehr schön und wichtig, aber man will ja daheim in Israel auch was erzählen können, außer "ach, wir haben halt so rumgehangen, die Wolken beobachtet und DVDs mit Oma und Opa geschaut … "
Als eine der touristischen Aktionen nahmen wir uns für diesen Sommer - vom Gatten gewünscht - einen Ausflug nach Neuschwanstein vor. Die wahrscheinlich berühmteste Sehenswürdigkeit Deutschlands war sogar für mich Neuland und nachdem ich im Internet gelesen hatte, dass dort immer Besucherwahnsinn ist und am meisten im August, wollte ich eigentlich am liebsten direkt wieder einen Rückzieher machen. Das konnte ja heiter werden. Gut, dass ich dazu neige, solche Dinge penibel zu recherchieren, denn das Internet wusste auch, dass man d…

Samstagsfragmente #58 - Chillen und Child Sharing

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Heute
war das Mädchen in Jerusalem im Israel Museum und hat uns Eltern entspannt zurück gelassen. Wir wollten eigentlich letzte Woche schon gehen, aber das ist - wie oft - daran gescheitert, dass das Mädchen überhaupt keine Lust hatte, als einziges Kind mit den öden Eltern durch ein Museum zu ziehen. Eine Freundin von ihr hat ein ähnliches Problem, weswegen wir hocherfreut, aber nicht richtig überrascht waren, als heute aus dieser Richtung ein Anruf kam. Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns die Kinder gegenseitig für gemeinsame Samstagsaktivitäten ausleihen - eine klassische Win-Win-Situation :)

Vorher musste sie aber noch schnell ihre Hausaufgaben in "Tanach" machen. Letztes Jahr hatten sie nur "Torah", also die 5 Bücher Mose, ab diesem Jahr steigen sie weiter in die jüdischen Schriften ein, die dem Urtext für das christliche alte Testament entsprechen. Der Text bleibt dabei unberührt in seiner althebräischen Urform, denn das Judentum sieht für die Heiligen …

[Buch] Lesesommer - Auslese

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Über den Sommer habe ich ziemlich viel gelesen, dafür sind ja Urlaube und lange Reisen geradezu ideal :)

Rezensiert habe ich davon aber nur "Wir sehen uns am Meer" von Dorit Rabinyan und die neue Serie von Sarah J. Maas, die anderen Bücher liste ich mal knapp auf:


My Sister's Keeper by Jodi Picoult My rating: 3 of 5 stars
Von Jodi Picoult habe ich and früher schon manches gelesen, diesen vielleicht bekanntesten Roman von ihr kannte ich aber noch nicht. Gelesen habe ich ihn gerade jetzt, weil er auf der Gegenwartsliste der Bücherkultur-Challenge steht, und fand die darin aufgeworfenen moralischen und ethischen Fragen sehr herausfordernd. Aus Muttersicht ist das beschriebene Szenario nur schwer auszuhalten, finde ich. Eine Verfilmung soll es auch geben, aber ich bin nicht sicher, ob ich die sehen muss, dem Gatten brauche ich mit so schrecklichen Themen gar nicht erst kommen.
Deutsch: Beim Leben meiner Schwester, Piper


Paper and Fire by Rachel Caine My rating: 3 of 5 stars

Den…

#12von12 ... ähem ... 12 Nachzügler am Dreizehnten

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Ich habe bei den 12 von 12 noch nie geschummelt. Echt. Ok, vielleicht hatte ich ein oder zweimal nur 11 Fotos, aber sie waren immer vom 12. des Monats. Bis auf gestern. Gestern hatte ich, nachdem ich morgens mit großer Motivation aufgewacht war, einen richtig krassen Tag, an dem ich kaum zum Durchatmen, geschweige denn zum mal nebenher was fotografieren kam. Da ich aber nicht aussetzen wollte, weil ich ja eigentlich richtig Lust drauf hatte, habe ich beschlossen, die Fotos ausnahmsweise heute zu machen.

1+4 - Aussicht vom Bahnhof Tel Aviv am Morgen
2 - "Mind the gap" - auch in Israel
3 - Nervennahrung am Arbeitsplatz (den Riegel habe ich tatsächlich gestern schon fotografiert, da hatte ich ihn nötig)




5 - nach der Arbeit durchs Baustellenfenster geschaut, hier soll die Tel Aviver U-Bahn entstehen
6 - und mal wieder die gleißend-glänzende Fassade am Azrieli-Center hinaufgesehen. Das hatte ich vor zwei Jahren beim 12-tel Blick sehr intensiv beobachtet



7 - zuhause Wäsche gefalte…

Samstagsfragmente #57 - Stauben und Schmökern

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Gestern
habe ich am Nachmittag spontan entschieden, mein Bücherregal mal wieder schnell - ha! - aufzuräumen und gründlich abzustauben. Das Mädchen war bei einer Schulfreundin, der Gatte brachte eine Folge Downton Abbey als Rahmenprogramm an den Start und ich schnappte mir hochmotiviert meine Putzutensilien. Stunden später, die Sonne war schon längst untergegangen, hatte ich eine Staublunge und noch immer nicht alle 25 Expedit-Würfel geschafft. *hust* Ich unterschätze nämlich jedes Mal, wie schnell und wie viel Staub, Sand und Dreck sich in diesem Land überall festsetzen und wie viele Bücher ich tatsächlich immer noch aufbewahre, trotz aller guten Vorsätze. Englische Bücher habe ich erst neulich wieder in den Charity-Buchladen gebracht, dafür wurden es gestern zwei große Tüten mit deutschen Büchern, die ich, wenn ich ehrlich bin, wohl eher kein zweites Mal lesen werde. Da lasse ich sie doch lieber frei. Jedenfalls habe ich es am Ende dieses staubigen Tages gestern dann nicht mehr gesc…

Hallo vierte Klasse !

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"Shalom Kita Aleph! - Hallo, erste Klasse!" so werden hier in Israel die Schulanfänger an ihrem ersten Schultag begrüßt. Mit einer Zeremonie, vielen mutmachenden Worten und ganz viel guten Wünschen nimmt man sie in den Schoß der Einrichtung "Schule" auf. Das ist natürlich sehr aufregend und ein einmaliges Ereignis für die Erstklässler.

Bei uns hingegen war der erste September in diesem Jahr fast schnöde Routine. Als Viertklässlerin hat man schon einen ganzen Regenbogen voll Schul-Shirts in der Schublade, einen Rucksack auch, der zwar geschrubbt, aber halt nicht mehr brandneu ist. Sogar Hefte, Stifte, Etiketten und vieles andere liegt zuhause vorrätig und muss nur um Einzelteile ergänzt werden, man weiß nämlich schon ziemlich genau, was für ein Heft man für jedes Fach braucht, was unbedingt nötig ist und was nicht. Klar, ein paar "nice-to-haves" gab es neu - schicke Federmäppchen und ein Timer von der Savta und ein neues Sortiment an Filz- und Buntstiften.…

Samstagsfragmente #56 - Tourist in Thessaloniki

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Heute
Diesen Samstag verbringe ich noch in Thessaloniki, heute Abend geht es dann wieder zurück zu meinen Lieben. Es wird Zeit obwohl es hier wirklich sehr, sehr nett ist. Den Entwurf für diesen Artikel schreibe ich, in einem kleinen netten Café sitzend, mit Blick auf die Reste des römischen Forums, das, wie so viele Sehenswürdigkeiten hier, mitten ins Stadtbild integriert einfach vor sich hin existiert. Aufgemacht habe ich mich heute mit der “Monuments Map”, einer Stadtkarte, auf der alle wichtigen historischen und modernen Bauwerke verzeichnet sind, und an manchen Stellen hat man das Gefühl, man stolpert förmlich über eines am anderen. Hier am römischen Forum befinden sich auf einem knappen Quadratkilometer noch eine byzantinische Kirche, ein osmanisches Bad und eine Moschee - wirklich faszinierend. Im Augenblick gönne ich meinen Füßen eine kleine Pause und trinke einen Frappé, bevor ich mir dann - als wahrscheinlich letzte Station - die große Kirche des Heiligen Dimitrious ansehen…

Thessaloniki - unverhofft nice

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Ja... da sitze ich nun also in Thessaloniki und musste ein paar Tage nach meiner Ankunft erstmal nachsehen, wo genau ich mich eigentlich auf der Karte befinde. Denn wenn ich von Griechenland höre, dann meistens nur von Kreta, Santorini, selten Athen, Mykonos - den Lieblingsurlaubsorten der Israelis und Europäer eben. Als es hieß, ich solle zu einem Seminar nach Thessaloniki, dachte ich an ein kleines, unbedeutendes Städtchen ohne größeren Unterhaltungswert. Hier vor Ort fällt auf: Thessaloniki ist nicht nur total nett, sondern vielleicht sogar ein Geheimtipp.

Einen Strand gibt es halt nicht. Wer Strandtourismus sucht, muss auf die Inseln oder anderswo an die Küste, in Thessaloniki ist das Erlebnis urban und weitgehend unverfälscht vom Tourismus. Die lebhafte Hafenstadt hat aber eine endlos lange Promenade, die am Abend so belebt und voll wird, dass es rund um den Aristotelous Square, an dem ich direkt untergebracht bin, bis spät in die Nacht förmlich vibriert.



Typisch blau-weiß griech…