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Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

Samstagsfragmente #70 - Feiertagsedition

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Gestern 
hatte ich ein bisschen die Illusion, dass ich die Samstagsfragmente noch irgendwie in den Tagesablauf integriert bekomme, aber zwischen last-minute Besorgungen, Geschenke einpacken, Gottesdienst, Abendessen, Geschenke auspacken und bespielen, mit Abba telefonieren, Loriots "Weihnachten bei Hoppenstedts" sehen und schließlich müde ins Bett fallen, blieb zum Bloggen gar keine Zeit mehr. Das Mädchen und ich, ihr habt es schon erraten, sind zum Fest in die Heimat geflogen, denn in diesem Jahr fallen die Chanukka-Ferien genau zwischen Weihnachten und Neujahr und es wäre doch schade gewesen, sie nicht zu einem kleinen Urlaub nach "Chul" zu nutzen. Unsere Reise mit Swiss über Zürich verlief, wie gewohnt bei Swiss, komfortabel und nach etwas Umsteigestress in Zürich weitgehend ereignislos, bis wir bei unserer Ankunft feststellen mussten, dass unsere Koffer leider in der Schweiz geblieben sind. Hmpf. Wie gut, dass wir bei Oma und Opa zu Besuch sind und nicht sofor…

Samstagsfragmente #69 - Kalt.

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Heute 
verbringen wir den Shabbat mal wieder zuhause. Der Regen hat aufgehört, es ist ein klarer Wintertag und die Sonne schaut immer wieder freundlich zu unseren Fenstern herein. Wir hängen hauptsächlich rum, richtig Motivation heute irgendwas zu reißen, hat keiner von uns. Gerne hätte ich einen Spaziergang auf unserem Hügel gemacht, aber zwischen Pancakes backen, Hausaufgaben machen, darüber streiten, sich wieder vertragen, spielen, ausgiebig duschen, Wäsche versorgen und im Internet Zeit verschwenden blieb dafür letztlich keine Gelegenheit mehr.


die Woche 
war mir das Herz schwer. Der Krieg in Syrien hat mit #Aleppo einen neuen unmenschlichen Höhepunkt erreicht und niemand kommt mehr daran vorbei. Endlich. Aber sobald man das Elend und die Schrecknisse an sich heranlässt, trifft einen unmittelbar die damit verbundene eigene Hilflosigkeit. Zu wissen und mitzuverfolgen, dass nur wenige Autostunden von hier Menschen wie du und ich in ihren ausgebombten Häusern niedergemetzelt werden,…

Zwischen Traditionen - Zwischentraditionen

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Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit darf ich als Zaungast beobachten, wie meine Freunde weltweit instapretty und facebook-witty ihre diversen Traditionen ausleben: Lebkuchen ab September, Adventskalender, Adventskranz, Wichteln, Plätzchen backen, Weihnachtskarten scrappen, Tannenbaum kaufen, Lichterketten entwirren, zu viele Dominosteine essen, etc. - während in meiner jüdisch-israelischen Alltagswelt Weihnachten auch im Jahre 2016 einfach nicht existiert. 
Um den Stress beneide ich allerdings keinen meiner Freunde in den Weihnachtsländern, im Gegenteil, mich packt das kalte Grausen, wenn ich mir vorstelle, dass ich im ohnehin stressigsten Monat des Jahres in meiner Freizeit auch noch den Vorweihnachtsstress jonglieren müsste, so wie es Millionen berufstätiger Mütter weltweit heldenhaft tun. Bittersweet ist der Advent für mich also, denn einerseits vermisse ich das flauschige Gefühl der Vorfreude auf Weihnachten, das ich von früher kenne, andererseits bin ich total froh, diesen Zirku…

Die letzten #12v12 für dieses Jahr - Dezember 2016

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Mein Fototag beginnt erst in Tel Aviv... .... weil ich mal wieder auf dem Weg hierher vergessen habe, dass 12v12 ist... (1)



Immerhin habe ich nicht vergessen... ... die Dose mit den Vanillekipferln mit ins Büro zu nehmen. Die werden immer gerne genommen. (2)




Die festliche Deko im Büro bewundert (3&4)


Ein bisschen Festlichkeit auch bei der Verabschiedung einer Kollegin (5)

Bei Einbruch der Dunkelheit bin ich fast daheim (5)

Noch schnell in den Minimarkt um Sahne für das Abendessen zu kaufen... (6)

... und dabei einem unwiderstehlichen Sonderangebot aufgesessen (7)

Zuhause leider festgestellt... dass es die Tiefkühlschnitzel und Falafelbällchen nach dem Mittagessen nicht wieder ins Gefrierfach geschafft haben, weswegen es heute Abend keine Spaghetti mit Pilz-Sahne-Soße geben wird, sondern Schnitzel und Falafel mit Tahinisoße ... (9&10)



Jetzt noch schnell diesen Beitrag fertig machen... ... und dann kann ich irgendwann vielleicht endlich mal wieder lesen... (11&12)




Tja, das …

Samstagsfragmente #68 - entschleunigtes Wochenende

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Heute 
waren wir wieder in der Jerusalemer Altstadt, diesmal mit einer Bestellung aus der Heimat: ein kleiner Schnitzengel aus Olivenholz, vorzugsweise aus Bethlehem, wird gewünscht. Derart typische Heiliges Land-Artikel finden sich weder in Tel Aviv, wo ich arbeite, noch in der homogen-jüdischen Kleinstadt in der ich wohne, aber wir hatten heute sowieso einen Termin in Jerusalem, das ließ sich ganz gut mit dieser Mission verbinden. Im ersten Laden wollte man mir für teures Geld ein absolut kitschiges Exemplar von einem pausbäckigen Engel, wahlweise mit Harfe oder Trompete, andrehen. "Good price lady, only 60 shekels, if you want I give it for 50!" - falls ihr schon mal hier gebummelt habt, kennt ihr das sicher. Eine Ecke weiter wurde ich dann aber fündig: Weniger gelackt und touristisch hochglanzpoliert, mehr schummrig-rummeliges Lädchen mit einem freundlichen älteren Gentlemen hinter dem Tresen, der mir für 35 Schekel gleich zwei Engelchen verkaufte. Noch ein bisschen die…

Samstagsfragmente #67 - Warm bleiben im Winter

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Heute 
genießen wir die Gemütlichkeit, die so ein paar Tage "richtiger" israelischer Winter mit sich bringt. Der Regen hat zwar nachgelassen und die Sonne hat sich heute sogar schon kurz gezeigt, aber es ist noch knackig frisch und außer dem Gatten, dem bekanntlich immer ein paar Grad zu heiß ist, suchen wir alle die Kuscheligkeit von warmen Pullis, Socken und Decken. Bei mir brechen zum Wintereinbruch ja jedes Jahr die Steinzeitgene durch: Zuerst sorge ich für eine warme Höhle und ziehe die dicken Federbetten und das Flanelllaken auf. Dann stürze ich mich in die Lebensmittelversorgung: Gestern habe ich außer einer mächtigen Lasagne fürs Abendessen einen Riesentopf Hühnersuppe gekocht, rund 3 Kilo Tomaten zu Soße verarbeitet und für schlechte Zeiten eingefroren, danach Haferbrei für unser Frühstück heute vorbereitet. Brot hatte ich schon am Donnerstagmorgen gebacken, sonst wäre das gestern sicher auch noch dran gewesen. Im Sommer ereilen mich solche Kochflashs so gut wie ni…

Nasse Füße

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Der Wecker hatte nicht geklingelt.

Als der Gatte um Viertel vor acht aus dem Schlaf schreckt, rücken das Mädchen und ich unter der warmen Decke enger zusammen, wo wir gestern nach dem kuscheligen Vorlesen in der Ungemütlichkeit des verregneten Abends beide eingeschlafen waren. Der Frieden währt nur kurz, denn nur Sekunden später hören wir ihn im Wohnzimmer erst innehalten, dann unflätig schimpfen - Flur und Küche sind überschwemmt, dabei hatte er die Woche unter der Balkontür extra noch neues Silikon verlegt, wo es in den Vorjahren öfter mal reingeregnet hatte. Eine nähere Katastrophenuntersuchung ergibt dann auch, dass es dort zwar staubtrocken ist, die Suppe aber unter einer anderen Balkontür reinläuft, weil dort der Abfluss zur Regenrinne verstopft ist. Das hat man davon, wenn man in einem Land lebt, in dem es fast ein Dreivierteljahr gar nicht regnet und Staub und Dreck sich in jeder Ritze (oder Regenrinne) festsetzen. Da um acht die Schule los geht und das Mädchen eh schon zu spä…

[Buch] Kira Minttu: Keep on Dreaming

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Seit Jahren warte ich auf diesen Moment! Ok, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen dramatisch, aber es ist tatsächlich so, dass ich dieses Buch und seine Entstehungsgeschichte schon eine gefühlte Ewigkeit lang gespannt verfolge ...




Katinka führt ein Leben um das sie mein 16-jähriges Ich glühend beneidet: Ihr erfolgreiches Musikblog "Listen up!" verschafft ihr Backstagepässe zu Konzerten und Interviewtermine mit den angesagtesten Bands, ihr bester Kumpel wird von der halben Schule angehimmelt und sie hat eine Freundin, die immer für sie da ist. Außerdem ist sie auch noch nett und keineswegs zickig oder überheblich, wie man es vielleicht erwarten würde, wenn jemand so lässig unterwegs ist. Aber nicht alles läuft locker und cool, denn in der Rockmusikwelt, in der Musiker sich selbstverständlich mit Groupies umgeben, entstehen oft blöde Situationen, die Katinka zweifeln lassen, ob man sie und ihr Blog überhaupt ernst nimmt. Richtig kompliziert (und aufregend!) wird ihr Leben,…

Samstagsfragmente #66 - Heiße Woche

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Heute

ist eigentlich erst Freitag, aber ich dachte mir, ich nutze die Chance, einmal früh dran zu sein mit den Vorbereitungen für die Samstagsfragmente ....  Im Wohnzimmer werden noch Hausaufgaben gemacht und danach ist für das Mädchen höchste Zeit, schlafen zu gehen. Vorher haben wir ein gemütliches Shabbatessen genossen - Gulasch mit viel Wurzelgemüse und leckerer Soße - und im Kühlschrank wartet für morgen früh schon der vorbereitete Haferbrei, der dann nur noch gebacken werden muss. Das ist mein Lieblingswinterfrühstück und jetzt ist es endlich mal kalt, ok mindestens ungemütlich, genug dafür. Ein produktiver Freitag liegt hinter mir und dem Gatten, denn wir waren schon in aller Frühe bei IKEA. Unsere Boxspringbasis ist nämlich vor zwei Wochen unter dem Gatten zusammengebrochen, ein Bein hatte wohl Materialermüdung, und obwohl wir es übergangsweise mit einigen dicken Wörterbüchern stützen konnten, musste natürlich eine Alternative her. Nun hatte IKEA in der Zwischenzeit das Sorti…

Mein Sauerteig ♡

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Wie die Jungfrau zum Kinde bin ich vor einigen Monaten zu meinem ersten Sauerteig gekommen, jedenfalls wenn man die Hermannkuchen meiner Kindheit nicht mitzählt, die sind ja streng genommen auch eine Art Sauerteig. Alles fing damit an, dass eine Freundin für mehrere Wochen in den Urlaub fuhr und einen Babysitter für ihre Sauerteigkultur (Heb. Machmetzet, wörtlich "die sauer macht") suchte, denn, so ließ ich mich belehren, so ein Sauerteig muss alle paar Tage gefüttert und gerührt werden, sonst geht er ein. Wie sie ausgerechnet auf mich kam, kann ich nur vermuten, möglicherweise, weil ich in ihrem Bekanntenkreis die einzige bin, die annähernd in die Hippie-Öko-Ecke passt? Oder weil Deutsche hier in Israel allgemein als sehr zuverlässig, ordentlich und pünktlich (das bringt mich ja immer wieder zum Lachen!) wahrgenommen werden, wahrscheinlich hatte sie Sorge, dass ihre geschätzte Kultur in einem durchschnittlich stressigen israelischen Haushalt kippt, weil sie schlicht verges…

Samstagsfragmente #65 - Shabbat mit Salz

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am Samstag 


war ich am Toten Meer mit meiner israelisch-palästinensische Frauengruppe. Die Gemeinschaft gibt mir immer wieder Hoffnung, dass nicht alles verloren ist in diesem Konflikt und dass man, wenn man versucht, den anderen nicht durch die Problembrille zu sehen, echte Zwischenmenschlichkeit und wertvolle Freundschaften finden kann. Das Tote Meer ist zwar nicht mein allerliebster Ort in Israel, es ist mir tatsächlich zu leblos und trist, aber ich habe mich diesmal doch dazu durchgerungen, der salzigen Brühe nach Jahren mal wieder eine Chance zu geben und mich treiben zu lassen. Faszinierend daran: Wenn man sich nicht gleich abtrocknet, sondern das Wasser auf der Haut verdunsten lässt, kann man kurze Zeit später eine dünne, aber hartnäckige Salzschicht vom Körper kratzen.






Die Woche 
war im Büro sehr intensiv, das Jahresende naht mit Riesenschritten, diese Wochen sind für uns in der Buchhaltung immer Stress pur. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass wir Kolleginnen so ein gutes Mitein…

#12von12 im "Wah, schon November?!"

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Der 12. November fiel bei uns gestern auf einen Ausflug in den Zoo. Da waren wir ja neulich erst, aber da gab es die niedlichen Wüstenfuchswelpen noch nicht, die sich mit dem Smartphone-Knipsding leider  nicht gut fotografieren ließen. Aber vielleicht zeigt Chutzpi die Tage mal ein paar ihrer Profifotos, dann verlinke ich :)


1. Wer will denn heute überhaupt aufstehen? 



2.-6. von links im Uhrzeigersinn: Bougainvillea am Zootor - Zebrakind im Bambuswald - abgeräumter Picknicktisch - einer von 17 wilden Fledermauskästen - Hängeblume am Gorillagehege




7.-11. im Uhrzeigersinn: Afrikanische Elefanten - Silberrücken in der Ferne - afrikanische Pinguine - Schimpansen zur Mittagszeit - Infotafel Gorillas




12. gegen 16:00 steht die Sonne schon so tief, dass wir Afrika "Tschüß" sagen müssen :) 





// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen…

Samstagsfragmente #64 - I was with her ...

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Heute 

war 12v12, aber die Fotos muss ich noch in Ruhe sortieren. Wir haben unser neues Jahresabo genutzt, um mit Familie Chutzpi in den Zoo zu gehen. Es war stimmungsmäßig auch nötig, denn...


Die Woche 

... war für mich nicht leicht. Ich habe praktisch jede freie Minute online verbracht und schaffe es immer noch nicht, mich von all den Analysen, klugen Blogbeiträgen und aufgebrachten Diskussionen zur Wahl in den USA zu lösen. Ich habe riesigen Redebedarf und wälze so viele Gedanken, dass mir der Kopf raucht. Da kann man sich jetzt fragen, warum sich eine Deutsche in Israel an einer Wahlentscheidung am anderen Ende der Welt so aufreiben kann, ich habe mich das auch schon gefragt!, aber so ist es nun. Ich schiebe es auf die Globalisierung der Medien, die uns wichtige Informationen der Weltpolitik geradezu aufzwingen, und darauf, dass mir die USA und die Menschen dort sehr am Herzen liegen. In den letzten Monaten habe ich unzählige Artikel und Meinungen gelesen und bin für mich zu dem …

Samstagsfragmente #63 - scheuende Pferde und scharfe Messer

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Heute
hatten der Gatte und ich mal wieder sturmfrei, denn das Mädchen war auf einem Ausflug mit Freunden - herrliches in den Tag hinein leben für uns. Ich habe ein Brot und frische Frühstücksmuffins gebacken (die friere ich ein), etwas im Kinderzimmer aufgeräumt, dann waren wir auf einen Sprung in Jerusalem, ausgeruht haben wir uns auch, beziehungsweise gelesen, und abends haben wir allesamt den schönen Heidi-Film auf iTunes angesehen. Der ist nämlich neulich erst in Israel angelaufen und sie war nach ihrem Kinobesuch mit Saba und Savta so begeistert, dass wir uns den unbedingt auch noch einmal ansehen mussten - diesmal auf Deutsch und Schweizerdeutsch :)


Die Woche
Erfreulichkeiten
Den ersten richtig fetten Regen gehabt und nicht mal nass geworden. Das Mädchen hat einen heftigen Sturz vom Pferd heil überstanden ...... und der Gatte einen kleinen Unfall mit dem neuen sauscharfen Brotmesser. (Und zwar direkt nachdem er mich gewarnt hatte, doch bitte sehr vorsichtig damit zu sein, damit …