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Es werden Posts vom Juli, 2015 angezeigt.

Israel menschenleer ?

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Wenn man dieser Tage in Israel am Flughafen die Menschenassen in der Abflughalle beobachtet, fragt man sich unweigerlich, ob überhaupt jemand über die Sommerferien hier bleibt und das Land am Laufen hält. Rund drei Millionen Reisende sollen im Juli und August durch den internationalen Ben Gurion-Flughafen geschleust werden, eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass Israel nur etwa 7 Millionen Einwohner hat.  Andererseits ist Ben Gurion auch das einzige "Tor zur Welt" für uns, wer ins Ausland will, muss hier durch, und so sieht man Menschen in allen Farben, Formen und Größen - kleine Familien, große Familien, christliche Pilger, Jugendgruppen, Fernost-Backpacker, Israeltouristen, Männer mit Schläfenlocken und Männer mit Tattoos, Mädels mit Glitzerschmuck und bauchfreien Tops, Frauen mit Hijab und Frauen mit Perücken, Babies in Tragehilfen, kleine Kinder mit Stofftieren, größere Kinder mit Stickeralben, Teenies mit Tablets, Israeltouristen, Flipflopsträger, Lackschuhträg…

[Buch] Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel #LLBC

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Ich bin fast durch mit meinem Leserinnenlieblingsbuch für diesen Monat. Andrea Holunder hatte mir für die Challenge "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse empfohlen


Das Glasperlenspiel by Hermann Hesse
My rating: 4 of 5 stars

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...
Ich war sehr dankbar für die Gelegenheit, diesen deutschen Klassiker, dessen Titel und Cover der neueren Suhrkamp-Ausgabe mich schon lange reizen, endlich einmal zu lesen. Bisher habe ich nämlich nur Siddhartha gelesen, als Teenager aus Eigeninteresse, und leider nur wenig davon behalten, in der Schule ging Hesse hingegen vollkommen an mir vorbei. Scheinbar war er just als ich in der Oberstufe war gerade nicht im Lehrplan vorgesehen.

Als ich "Das Glasperlenspiel" jetzt zur Hand nahm, war ich also sehr gespannt darauf, denn ich hatte mich mit der Handlung bisher gar nicht auseinandergesetzt. Die Idee, die Vision einer gesellschaftlichen Utopie, in der die Künste und Wissenschaften einen Sonderstatus e…

Samstagsfragmente #12

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Heute 

hatten wir mal wieder die ganze Familie bei uns am Start. Das heißt, nicht ganz, die ganze Familie minus eines Neffens, der nämlich auf einem Pfadfinderlager war und daher leider nicht mitkommen konnte. Der Anlass: Des Gattens Geburtstag.

Nun reiße ich mich ja um diese Familienaufmärsche nicht wirklich, aber nach zahlreichen derartigen Anlässen und seit wir zudem überein gekommen sind, dass grillen auf unserem Balkon tatsächlich sehr ordentlich funktioniert, klappt die Vorbereitung jedes Mal ein bisschen stressfreier. Es gab die bewährten grünen Geflügelspieße und auch etwas fertig gekauftes Industriegrillgut *hust*, dazu Pitabrot, Hummus, Sesamsoße, Quinoa-Rote-Beete-Salat (Rezept muss ich irgendwann mal aufschreiben) und gemischten Salat. Zum Nachtisch Pflaumenkuchen mit Sahne und Vanilleeis (weil der letzte Woche schon so gut ankam), Schokoladencupcakes mit Nutellafrosting und Honigmelone. Danach waren alle pappsatt.



Die Woche
5 Erfreulichkeiten 
1. Die - jetzt wirklich - l…

Mein Körper. Eine Geschichte.

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Mein Körper und ich blicken auf eine lange komplizierte Beziehung zurück.

Es fing schon damit an, dass ich als Kind und Jugendliche nicht sehr mädchenhaft war. Mir fehlten sämtliche der typischen Mädchenattribute - niedlich, anschmiegsam, lieb, brav, häuslich, putzsüchtig, modebewusst und so weiter - und ich achtete nur sehr ungern auf Äußerlichkeiten. Ich wusste, dass ich mehr Räuber als Prinzessin war und fand das auch ziemlich gut so.



Jedenfalls bis zur Pubertät. Dann wurde mir plötzlich sehr wohl bewusst, dass ich mit meiner stämmigen Figur, der großen Brille, dem pickeligen Gesicht, den Dellen in den Oberschenkeln und aus heiterem Himmel explodierenden Brüsten, so gar nicht mit all den "echten", in meinen Augen "elfengleichen" Mädchen in meinem Umfeld mithalten konnte. Dazu kam meine grundsätzliche Unsportlichkeit. Nein, mein Körper und ich waren überhaupt keine Freunde.

Wie gut, dass damals Grunge und Metal angesagt waren. Ich konnte mich wunderbar in weiten …

[Buch] Stephen King: Mr. Mercedes

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Mr. Mercedes by Stephen King
My rating: 3 of 5 stars

Ich lese keinen Horror. Gar nicht. Dafür bin ich einfach nicht gemacht, wohingegen mein Mann, wenn er mal liest, fast ausschließlich Horror liest. Das scheint wirklich Typsache zu sein. Nicht nur von ihm, sondern auch vielen anderen Fans höre ich aber immer wieder, was für ein überragender Autor der Horrorerzähler Stephen King ist und ich hatte mir schon länger vorgenommen, mal etwas von ihm zu lesen. Der Auftakt seiner neuen Thrillerserie Mr. Mercedes kam mir dafür gerade recht.

Es geht um Bill Hodges, einen kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Ermittler, dem sein letzter großer Fall keine Ruhe lässt. Die Amokfahrt von "Mr. Mercedes" in eine Menschenmenge forderte mehrere Tote und zahlreiche Verletzte, der Täter konnte nie gefasst werden. Als untätiger alleinstehender Rentner sieht Bill im Leben keine Perspektive mehr, er wirkt depressiv und als Leser erfährt man schnell, dass er immer wieder mit Selbstmordgedanken …

Samstagsfragmente  #11

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Heute
hat sich das Mädchen um die Mittagszeit zu einer Freundin mit Garten und Schwimmbecken verabschiedet. Eine gute Idee mitten im israelischen Juli. Als Erwachsener hat man bei den Temperaturen hier permanent den Drang, schon wieder duschen zu müssen. Es ist nicht mal so schrecklich heiß, aber die Luftfeuchtigkeit macht uns fertig...   Da ist es fast am besten, sich einfach mit einem Buch oder der Zeitung flach irgendwo hinzulegen und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Einen selbst gemachten Eiskaffee dazu und schon lässt sich's mehr oder weniger aushalten.

Zwischendurch konnte ich mich immerhin aufraffen, die Rennmausbehausung auszumisten. Zwei große Müllsäcke voll Streu, Sand und Kartonreste kamen dabei locker zusammen und mir war gleich wieder nach einer Dusche. Als alles schön ausgesaugt und geputzt war, fiel mir auf, dass wir gar keine Streu mehr im Haus haben. Schön blöd, vor allem da Shabbat ist und ich nicht mal eben zum Zooladen fahren kann. Aber gut, eine Nacht wi…

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 28)

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[Buch] Leserlieblingsbücherchallenge - Halbzeit  #LLBC

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Fast pünktlich zum Ende des ersten Halbjahres kommt hier jetzt ein kurzer Rückblick auf die ersten sechs Monate meiner Leserlieblingsbücherchallenge. Ursprünglich hatte ich diese Challenge nur für mich allein geplant, mich dann aber umso mehr gefreut, dass sich noch einige angeschlossen haben und ebenfalls mitmachen. Die Idee: Über das Jahr mindestens 12 Lieblingsbücher aus Vorschlägen von Blogleserinnen lesen.
Wenn ich richtig mitgezählt habe (hier kann man den jeweils aktuellen Stand der Dinge einsehen) wurden bisher insgesamt 24 Bücher gelesen, verteilt auf die Teilnehmer sieht das so aus:

Janina / cherry and bones (5 Bücher) 
Kerstin / so many books - so little time  (6 + 1 Bonusbuch) 
Kristine / Kristine liest (3 Bücher)
Lara / Das BücherLabyrinth (3 Bücher) 
Julia von 1001 Julia hat mir bisher kein Buch gemeldet und ihr Blog scheint auch seit Februar gar nicht mehr aktualisiert worden zu sein... Ich hoffe sehr, dass alles in Ordnung ist und lediglich das "echte Leben" vo…

Samstagsfragmente #10

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Heute 
werden wir irgendwann zwischen Mitternacht und Morgengrauen von einem jammernden Mädchen geweckt. Zu "mein Ohr tut bisschen weh" gestern Abend vor dem Einschlafen hat sich Fieber gesellt. Das arme Glühwürmchen leidet und klagt über Schmerzen "überall", dennoch müssen wir unsere gesamte vereinte Elternüberredungskunst einsetzen, bevor sie bereit ist, Fiebersenker zu schlucken. Danach schläft sie wieder ein. Am Morgen wiederholt sich die Prozedur, zur Stunde schläft sie nach dieser zweiten Dosis noch einigermaßen ruhig und ich nutze die Gelegenheit, diesen Beitrag zu schreiben. Den sorgenden Papa habe ich erstmal schwimmen geschickt, später wird womöglich ein Mittagsschlaf für uns alle drin sein :)

Die Woche Erfreulichkeiten
1. mit unserer Wandergruppe einen schönen Abend am Strand verbracht und die Wandersaison damit abgeschlossen. Ich habe über die Ausflüge immer wieder in den Samstagskaffees berichtet und Fotos gezeigt, hier zum Beispiel.



2. mit dem Gatten…

[Buch] John Irving: The Cider House Rules / Gottes Werk und Teufels Beitrag

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The Cider House Rules by John Irving
My rating: 5 of 5 stars

Als ich kürzlich beim Stöbern auf Goodreads an "Gottes Werk und Teufels Beitrag" hängenblieb und es mir auf meine Leseliste setzte, fiel mir auf, dass ich auf Englisch schon seit längerem auf dem Kindle horte und fing direkt an zu lesen.

Der Roman beginnt in den 1920er Jahren mit der Geburt des Waisenjungen Homer Wells. Das Waisenhaus von St. Cloud's, das von dem Gynäkologen Dr. Larch und einigen Schwestern geleitet wird, ist eine Anlaufstelle für ungewollt schwangere Frauen, denn in einer Zeit, in der an eine Lockerung des Abtreibungsverbots noch gar nicht zu denken war, lässt Dr. Larch den Frauen in seiner Klinik die Wahl. Bei ihm können sie sich zwischen einer professionell durchgeführten Abtreibung und der Geburt eines Waisen entscheiden. Für die meisten Waisen findet Dr. Larch schon früh ein neues Zuhause, nur Homer Wells scheint unbedingt bleiben zu wollen. Nach vier fehlgeschlagenen Adoptionsversuchen e…

Tagebuchblogging!  #WMDEDGT

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Sonntag.

Ordinärer Arbeitstag in Israel, für mich frei, daher Luxus und der einzige Tag der Woche, an dem ich eine Stay-at-Home-Mom sein darf und mir immer eine lange Liste To-do's vornehme, die ich, je nach Tagesform, mehr oder weniger gewissenhaft abarbeite. Ich mag diese Sonntag, weil sie mir irgendwie das Gefühl geben, wenigstens einmal in der Woche richtig zuhause und nach der Schule für das Mädchen da sein zu können, fast so, wie es früher in meiner Kindheit war.

Heute hat es zum Bad putzen, drei Ladungen Wäsche waschen und falten, einen verlorenen Knopf annähen, die Spülmaschine anwerfen und ausräumen, meine Beine entstoppeln, die Fußböden freiräumen und Hr. Nilsson losschicken, Mittagessen aus dem Hut zaubern, einen Kampf mit dem Mädchen austragen und in der Folge eine Türklinke reparieren gereicht.

Die lästigen Haushaltspflichten sind mir nur noch halb so lästig, seit ich mir dabei ein Hörbuch ins Ohr stöpsle, weswegen ich heute viel Fortschritt mit Mr. Mercedes gemacht …

Samstagsfragmente #9

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Heute 

Waren wir auf dem internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival in Tel Aviv. Wir hatten Karten für den deutschen Film Rico, Oskar und die Tieferschatten, der uns allen dreien viel Spaß gemacht hat. Wie gut, dass das Mädchen Deutsch kann, denn der Film wurde im O-Ton mit hebräischen Untertiteln gezeigt, eine Synchronisation würde sich für einige wenige Aufführungen auch gar nicht lohnen. Überhaupt werden in Israel die allermeisten ausländischen Filme und Serien nicht synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. (Lustig, wenn das Publikum schon über einen Witz lacht, der auf der Leinwand noch gar nicht zu Ende gesprochen ist.) Synchronisierte Versionen gibt es nur für Zeichentrick- und Kinderfilme wie Disney und dergleichen. 
Filmuntertitelungen habe ich bereits in den Niederlanden und Belgien kennen- und unter anderem als Sprachlernhilfe schätzen gelernt. Da ich Filme schon früher gerne im Original gesehen habe, kommt mir sehr entgegen, dass auch in Israel nicht synchronis…