Dienstag, 30. Oktober 2012

Hanukka beginnt auch jedes Jahr früher

An den traditionellen Sufganiot laufe ich seit einem Monat (mindestens!) jeden Tag standhaft vorbei. Heute bin ich eingeknickt. So wird das nichts mit der gesünderen Ernährung,  aber lecker war's ;)



Yitzhak Rabin Gedenken

Am Sonntag hat sich zum 17. Mal das hebräische Datum der Ermordung des damaligen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabins durch einen jüdischen Israeli gejährt.
Ganzer Artikel: Botschaft des Staates Israel in Berlin


Neben einer großen Kundgebung am Ort des Attentats, dem Rabin-Platz in Tel Aviv, wird dem großen israelischen Politiker jährlich auch an den Schulen und sogar in Kindergärten gedacht.

Meine Tochter gestern vor dem Einschlafen:
Mama, der - wie heißt er noch? Ach ja, Yitzhak Rabin, wollte gerade in sein Auto steigen, da hat ihn einer dreimal erschossen, und dann ist er gestorben. Und der ihn getötet hat heißt Jigal Amir und sitzt jetzt im Gefängnis bis an sein Lebensende.... 
Aha. Ganz so detailliert hätte ICH das Fünfjährigen wohl nicht erzählt.

Shimon Peres bei der Gedenkzeremonien Quelle


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Montag, 29. Oktober 2012

10 Jahre Israel - eine Bilanz

Vor 10 Jahren, ziemlich auf den Tag genau, kam ich nach Israel "to stay". Eine kleine Bilanz von der ich erleichterterweise sagen muss, dass es mir leichter fiel, 10 positive Dinge zu benennen, als 10 negative ;)

Falafel (yummiporky)
10 Dinge, die ich an Israel liebe:

1. Die Wärme. Keine weitere Erklärung notwendig.

2. Das "Wir sind alle eine große Familie"-Gefühl. Wenn jemand in Not ist und sei es "nur" ein flüchtiger Bekannter, sind alle betroffen und wollen helfen.

3. Die Kinderfreundlichkeit. Zu sagen, Kinder hätten in Israel Narrenfreiheit, trifft es vielleicht nicht ganz, aber es kommt der Realität schon sehr nahe. Auf jeden Fall werden Kinder durch alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen extrem wichtig genommen.

4. Dass man sich nicht siezen muss weil das auf Hebräisch nicht geht. Respekt und Authorität gibt es trotzdem auch hier.

5. Die klassischen Bilderbücher, die noch so einfach gemacht sind und trotzdem bis heute wie warme Semmeln verkauft werden. Der Hase namens "Himbeersaft" zum Beispiel.

Haya Shenhav: Mitz Petel (Himbeersaft)
6. Die Multikulti-Gesellschaft. In Israel haben alle gewissermaßen "Migrationshintergrund", die Integration von Neueinwanderern gehört zum Staatsprogramm. Als Ausländer wird man zwar neugierig ausgefragt, aber meistens nur weil das Gegenüber herausfinden will, ob man Onkel Moishe oder Cousine Hanna kennt.

7. Das Innovationstalent. Israelis sind brilliante Erfinder und Forscher. Ich habe einige Jahre in der Softwarebranche gearbeitet und war "amazed" wie viele schlaue Köpfe sich da versammeln.

8. Falafel! (Klar, oder?)

9. Die Wüste. Kann ich nicht erklären, ist aber so.

10. Die Musik. Arik Einstein, Miri Mesika, Noa, Aviv Gefen und co. muss man einfach lieben. Wirklich toll werden die Lieder aber erst durch das Textverständnis. Dieses Video hat aber immerhin auch schöne Bilder aus Tel Aviv von früher:




10 Dinge, die ich an Israel hasse nicht liebe:

1. Privatsphäre is nich. Jedes noch so intime Detail muss von der Arbeitskollegin bis zur Wurstverkäuferin mit aller Welt durchgekaut werden. Beispiel: Zur Krebsvorsorge gehen und dabei vom Gyn um ein Haar eine IVF aufgeschwatzt bekommen weil in der Akte nur ein Kind auftaucht.

2. Horrende Preise für Güter des täglichen Bedarfs. Bei einem wesentlich niedrigeren Durchschnittseinkommen müssen Israelis deutlich mehr für Lebensmittel und Drogerieartikel hinblättern als Deutsche.

3. Zugige Wintertage wenn die Klimaanlage mal wieder nicht geht und es draußen milder ist als drinnen.

4. Das fehlende Grün. Ok, auch in Israel gibt es grüne Gegenden. Aber sobald die Sommerhitze so richtig einsetzt, verbrennt jedes noch so schöne Fleckchen Erde zu einem einheitlichen Beige-Braun, es sei denn man investiert in künstliche Bewässerung.

5. Minderwertiges Spielzeug ohne wirkliche Alternative weil Importware so teuer ist, dass man sie sich praktisch nicht leisten kann. Abgesehen davon, dass vieles gar nicht erst importiert wird.

6. Riesenklassen im öffentlichen Schulsystem. Im Kindergarten liegt die Obergrenze bei 35 (auf 2 Betreuerinnen), in der Grundschule sogar bei 40 Kindern. Irgendwie funktioniert es wohl trotzdem, aber fragt mich nicht wie.

7. Nicht vorhandenes Umweltbewusstsein. Stichwort Einweggeschirr. Darüber könnte ich ein ganzes Hasspamphlet verfassen. Es gibt Läden, die nur Müll Wegwerfgeschirr verkaufen.

8. Parken. Eines schönen Samstagnachmittages wären wir um ein Haar nicht von einem Zoobesuch nach Hause gekommen, weil wir so zugeparkt waren, dass das Ausparken schweißtreibende Millimeterarbeit war.

9. Riesenevents. Was mit völlig überdimensionierten Kindergeburtstagen anfängt (ich habe berichtet), geht weiter mit angemieteten Partyhallen für Bar und Bat Mitzvas und so groß angelegten Hochzeiten, dass die Brautleute manche Gäste nicht mal persönlich kennen.

10. Ämterzirkus. Nur mit Grauen denke ich an meine Einbürgerungszeit zurück. Sowas wünscht man keinem.


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Sonntag, 28. Oktober 2012

[Buch] Ein ziemlich erfrischendes Meerjungfrauenbuch

Ja, ich hasse Glitzerzeug und Prinzessinnen, die nichts weiter tun, als sich im Spiegel bekucken und auf ihren edlen Prinzen warten. Dieses Meerjungfrauenbuch kam dann auch eher ungeplanterweise zu uns und durfte trotzdem bleiben. Matilda, die kleine Meeerjungfrau, ist nämlich nicht "nur" hübsch und glitzerig. Sie will Haifisch-Bändigerin werden. Oder Seeräuberin. Oder Akrobatin. Sprich, sie ist ziemlich pfiffig und stört sich nicht die Bohne daran, dass sich ihre Krone öfter mal selbstständig macht unter Wasser.

Gefällt auf den zweiten Blick.
 

Die kleine Meerjungfrau und das Seepferdchen-Abenteuer (Arena)

Freitag, 26. Oktober 2012

Cake Pops für Anfänger

Cake Pops sind Kuchenkugeln am Stil. Cake Pops sind tooooooootal angesagt (scheint's) und so war es ja klar, dass ich sie über kurz oder lang auch ausprobieren musste. Der Aufwand für eine überschaubare Menge hielt sich überraschenderweise sehr in Grenzen. Ich habe aber auch bewusst die wohl faulste Variante gewählt, ihr kennt mich ja.

1. Die Zutaten:
Fertigrührkuchen, Frischkäse, Spieße, Bitterschokolade
2. Krümeln!

Perfekte Kuchenkrümel aus dem Häcksler
3. Krümel mit Frischkäse (ich habe etwa die halbe Dose genommen) vermantschen und Kugeln formen. Kugeln etwa 45min. ins Gefrierfach.

Der Gatte sagt, die Kugeln sehen aus wie "Gefilte Fisch" hmpf..
4. Schokolade (eine Tafel reicht knapp) mit etwas Butter zu einer Kuvertüre schmelzen. Spieße kurz in die Schokolade tauchen, Kugel aufspießen, mit der Kuvertüre überziehen und nach Geschmack verzieren. Dadurch, dass die Kugeln eiskalt sind, wird die Kuvertüre quasi sofort fest, man muss also schnell sein ;) Aufrecht stellen und gekühlt aufbewahren.

Ergebnis #1
Ergebnis #2
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mir die Dinger schmecken. Aber lustig sehen sie aus und die Herstellung macht sogar Spaß.

Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Mal wieder ein Freitagsfüller

Mal wieder ein Freitags-Füller von Scrap-Impulse. Vorgegebene Sätze zu Ende denken hat was meditatives...


1. An manchen Tagen wäre es besser, man steht gar nicht erst auf. (Heute ist zum Glück keiner davon)

2. Außer Daniel Craig reizt mich nichts am neuen James Bond.

3. Gestern habe ich im Büro so viel gelacht, dass ich abends Gesichtsmuskelkater hatte.

4. Im Winter wird es in Israel nie so richtig gemütlich.

5. Am 31. Oktober ist Halloween. In den USA werden die Kostüme für Frauen immer sexistischer.

6.  Ich sollte Wochenendeinkäufe machen und zwar so schnell wie möglich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein erstes Cake Pops Experiment, morgen habe ich nichts Großes geplant und Sonntag möchte ich genießen, dass Sonntag kein Arbeitstag mehr für mich ist !


P.S.: Habt ihr gesehen, dass ich einen neuen Button oben in der Leiste habe? Unter Fotoblog habe ich alle Beiträge mit vielen Fotos gelistet. So gehen sie nicht unter.


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Hmpf. Kindergeburtstage.

Eine pädagogische Theorie besagt, dass ein Kind zu seinem Kindergeburtstag pro Lebensjahr ein Gastkind einladen soll. Nicht mehr, um die Party nicht zu einer Überforderung für alle werden zu lassen. Schöne Theorie. Hier sieht es in der Praxis so aus, dass ein Riesenfest für mindestens den kompletten Kindergarten ausgerichtet wird. Einladungen nur an ausgewählte Kindergartenfreunde verteilen geht gar nicht, es ist absolut üblich, dass die ganze Gruppe geladen wird. Was wiederum sogar bei einer verhältnismäßig kleinen Gruppengröße von 25 Kindern (letztes Jahr waren sie 35) heißt, dass fast wöchentlich Parties stattfinden, denen man sich kaum entziehen kann, weil alles schon Tage vorher lautstark darüber spricht.

Im Ablauf sind sich die Feste sehr ähnlich. Man kommt an, schiebt sein Kind in die Menge, wirft sein Mitbringsel in einen Umzugskarton zu Dutzenden anderen Geschenken (die das Geburtstagskind dann bis tief in die Nacht auspacken wird, damit morgens eine Dankesemail an die Gäste rausgehen kann) und rennt wieder raus, bevor man noch in ein Gespräch mit einer gesellig(er)en Mutter verwickelt wird. Meist versteht man sein eigenes Wort sowieso nicht, weil der bestellte Clown, Zauberer oder Kinderstar Soundcheck macht oder bereits beschwingte Partymusik dröhnen lässt. Zwei Stunden später darf man ein überdrehtes, klebriges Kind in Empfang nehmen, samt mindestens einem mülligen Plastikmitgebsel, das spätestens am nächsten Tag in die Tonne wandern wird.

Ich.Mag.Solche.Kindergeburtstage.Nicht.

Und ich behaupte einfach mal, dass keiner wirklich was von so einer Massenveranstaltung hat. Das Geburtstagskind nicht, weil es grenzenlos überfordert ist ob der Masse an Gästen (die Großfamilie ist meistens ja auch noch dabei, es soll sich ja lohnen), Geschenken und Aufmerksamkeit, die Eltern nicht, weil sie für so ein Event locker ein paar Hundert Euro hinblättern müssen und die Gastkinder nicht, weil sie in der Anonymität untergehen.

Mich nervt daran am meisten, dass es so ein Zwang ist und dass man, will (oder kann) man den hohen Standard nicht erfüllen, nur die Möglichkeit hat, den Geburtstag ganz ausfallen zu lassen (was spätestens dann keine Option mehr ist wenn das Kind 3-5 andere Parties bei Freunden erlebt hat) oder sich als merkwürdiger Ausländer ins Abseits zu stellen. (Letzeres bin ich gewohnt und habe trotzdem schon Schweißausbrüche, wenn ich an Mausens nächsten Geburtstag denke)

Hach, war das in meiner Kindheit schön. Geburtstage waren etwas besonders - man ging zu seinen engsten Freundinnen (und lud diese dann auch zu sich ein) und hatte ein individuelles Fest "made by Mama".

Mitgebsel für den Sondermüll


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Montag, 22. Oktober 2012

Zwei hebräische Neuerscheinungen (Oder: Coverraten!)

Dank Kindle und neuerdings einer gut sortierten Bib gehe ich nur noch selten in den Buchladen und dann meist nur zum "Rumkucken". Die Tage war ich mal wieder und musste über zwei Neuerscheinungen schmunzeln:

#1: Habe ich längst gelesen
#2: Werde ich nicht lesen
Bei letzterem bin ich ja mal gespannt, ob es in Israel auch so ein Hype wird. Vermutlich ja, denn direkt nachdem ich auf den Auslöser gedrückt hatte, kam eine Kundin in den ansonsten menschenleeren Laden gehetzt mit der Frage:
"Habt ihr dieses neue Buch über das alle sprechen? Irgendwas mit "Grau" im Titel...?" 
*Augenrollen*


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Sonntag, 21. Oktober 2012

13 Israelis und 7 Galaxies am Roten Meer...

Vor einiger Zeit hatte meine Schwägerin die Idee, ein Familienwochenende in Eilat zu verbringen. Dank Nebensaison war eine geeignete Villa schnell gefunden: 6 Zimmer, Pool und ein großer Garten mit Grill für drei Tage kamen dank Selbstverpflegung erstaunlich günstig. (Steckdosen für die im Titel erwähnten Smartphones gab es glücklicherweise auch genug ^^)

Für die Kinder natürlich ein Traum. Sie konnten drei Tage lang tun und lassen was sie wollten und waren praktisch nicht aus dem Wasser zu bekommen. Und auch die Erwachsenen harmonierten trotz einer extremen Mischung aus Charakteren fast schon unwirklich gut.

Eilat, Israels südlichste Stadt, liegt unweit der ägyptischen Grenze direkt am Roten Meer mit Blick auf Aqaba (Jordanien) gegenüber. Beide Städte sind Freihandelszonen mit Tourismus und kommerziellen  Seehäfen. Um nach Eilat zu gelangen, muss der kurzstreckenverwöhnte Israeli im wahrsten Sinne des Wortes Staub fressen und mehrere Stunden Autofahrt durch den Negev auf sich nehmen. Fliegen ginge auch, rechnet sich für Familien aber nicht wirklich.

Shalom Wüste
Wie eine andere Welt (bei Mitzpe Ramon)
Guten Morgen Eilat!
Israelisches Frühstück "Shakshouka" (meine Schwägerin ist ein Pro in der Küche)

Besucher am Pool
Lieblingsplatz (Bilanz: 2 Bücher gelesen, eins angefangen)
Sogar der Pool hat mal Feierabend
Bye, bye Wüste (Blick nach Jordanien)

Schön war's. Anstrengend, aber schön.


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Freitag, 19. Oktober 2012

[Buch] Ursula Poznanski: Fünf

FünfFünf by Ursula Poznanski

My rating: 4 of 5 stars

Bea und Florin ermitteln als eingespieltes Team für die Salzburger Kripo. Von Geocaching haben beide noch nie gehört, als eine Tote mit GPS-Koordinaten auf den Fußsohlen entdeckt wird. Schnell wird klar, dass ein Serientäter ein perfides Spiel gegen die Zeit mit ihnen spielt.

Fünf erinnert an skandinavische Krimi-Thriller und ist damit nichts für zarte Gemüter. Geocacher werden ihren Spaß an den zahlreichen Anspielungen und der Terminologie haben, die die Handlung konstant durchzieht. Andererseits wirkt das Szenario so vorstellbar, dass ich mich gefragt habe, ob man nach der Lektüre noch unbeschwert cachen gehen kann. Unbedarfte (wie ich) bekommen einen guten Einblick in die Grundsätze der Dosenjagd, die sich aber so nahtlos in die rasanten Ermittlungen einfügen, dass es der Spannung keinerlei Abbruch tut.

Die Figur der Beatrice Kaspary hat mir sehr gut gefallen. Geschieden von einem Mann, der keine Gelegenheit auslässt, die beiden Kinder gegen sie auszuspielen, hat sie ihre liebe Not, den Alltag als Mutter und ihren aufreibenden Beruf unter einen Hut zu bekommen. Das macht sie menschlich und "echt", bei aller Brillianz mit der sie in diesem Fall immer wieder die entscheidenden Schlüsse zieht.

Ich stelle fest: Mit Poznanski habe ich eine neue Lieblingsautorin. Erebos war schon sehr toll, Fünf steht ihm an Spannung und sorgfältiger Ausarbeitung in nichts nach.

TFTH :)

Zitat: 
"War sie dadrin?"
"Erraten."
Er zog scharf die Luft ein. "Dann ist das der perverseste Trade, den ich je gesehen habe." Er sprach das Wort englisch aus.
"Der perverseste - was?"
"Ein Trade. Du nimmst was aus der Dose raus und tust etwas anderes rein. Das ist so üblich."
 (Fünf, S. 38) 


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Alles startklar


für einen Ausflug mit der Großfamilie. Dabei möchte ich mal erwähnen, dass Mausens trunki wohl als eines der besten Geschenke in die Geschichte ihrer Kindheit eingehen wird. Da passt nämlich immer alles bequem rein, was Kind so an Kram in der Weltgeschichte herumschleppen will.
(Das ist keine Werbung. Höchstens ein bisschen unabhängiges Product Placement ^^)

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Besitzer oder Mann? (ein bisschen Philologie)

Ein Studentenpärchen unterhält sich im Sammeltaxi über Wohnungen in Jerusalem, verlobte, heiratende und verheiratete Freunde sowie ihre eigene Hochzeit, die vielleicht irgendwann ins Haus steht. Oder auch nicht.

Sie: Die X. sagt übrigens Ischi* zu Y...
(*heb.: mein Mann, nicht gängig im allg. Sprachgebrauch)

Er: Was? Sagst du dann auch Ischi zu mir und nicht Baali*?
(*heb.: mein Besitzer, Standardbezeichnung für Ehemann seit Abrahamszeiten und zwar Besitzer wie Autobesitzer oder Wohnungsbesitzer, also Besitzer von Sacheigentum)

Der Rest der Unterhaltung geht leider in seinem gutmütigen Gelächter unter, aber sie hat mich mal wieder zum Nachdenken über diese Selbstverständlichkeit im modernen Sprachgebrauch gebracht. Muss man wirklich sklavisch (im wahrsten Sinne...) alles althebräische übernehmen, nur weil es damals auch schon die Ehe gab?

Oder darf man in einer modernen Zeit, auch mal ein modernes Äquivalent wählen, ohne gleich als Kampfemanze ausgebuht zu werden?

Es wäre auch viel logischer, nämlich:

Isch = Mann / Ischi = mein Mann
Ischa = Frau / Ischti = meine Frau

Stattdessen sieht es so aus:

Isch = Mann / Baali = mein Mann (wörtlich: mein Besitzer)
Ischa = Frau / Ischti = meine Frau

Mit Verlaub, Herr Ben Yehuda, das haben Sie versemmelt. Bei aller Bewunderung für Ihr Lebenswerk.

Eliezer Ben Yehuda mit seiner Frau (Quelle)

Montag, 15. Oktober 2012

Das kommt davon, wenn man so einen netten Mann heiratet

Unsere Vermieter wollen verkaufen. Wir wollen aus der Wohnung nicht raus und hoffen daher, dass ein Kapitalanleger sie kauft, der uns als Mieter übernimmt. Meine Strategie: Bei Besichtigungen die Wohnung (und uns) in den höchsten Tönen (an-)preisen, wenn es sich um Kapitalanleger handelt. Dick Sahne auftragen, damit sich die Chance auf einen Abschluss erhöht. Bei Interessenten für den Eigenbedarf eher bei den trockenen Fakten bleiben. Nicht lügen oder gar schlechtreden, klar. Aber auch nicht unaufgefordert sämtliche Vorzüge des Objekts herausstellen. Soweit so schlau, oder?

In der Praxis lief die erste Besichtigung so ab: Junges Paar, sofort eindeutig als Nicht-Kapitalanleger zu identifizieren, klingelt und wird von meinem Gatten in Empfang genommen. Ich halte mich im Hintergrund, will ihn mal machen lassen. Was höre ich? Lobesgesänge auf unsere Wohnung, die Nachbarschaft, Verkehrsanbindung, unsere Stadt und das Universum im Allgemeinen. Nur mit Mühe kann ich mich beherrschen, ihm nicht in sein glänzendes Maklergespräch zu platzen. Sage mir, dass er halt einfach nicht anders kann, so nett und "serviceorientiert" er von Natur aus ist.

Beim nächsten Mal übernehme ich das wieder. (Falls es ein nächstes Mal gibt, wovon ich fast nicht ausgehe, nach diesem ersten Termin. Hmpf.)

Quelle: Star Trek TNG



Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Sonntag, 14. Oktober 2012

Ich hab' ihn springen sehen!

Den verrückten Felix.

Ok, ganz so spektakulär wie Neil's Mondspaziergang war es vielleicht nicht, aber einigermaßen aufregend doch. Wovon ich rede? Na hiervon: Mit dem Fallschirm aus 39.000m Höhe (Video)

Trotz akuter Schlafenszeit haben wir das als ganze Familie komplett live in HD mitverfolgt. Die Fotos sind nicht mal schlecht geworden, finde ich.

Herzlichen Glückwunsch aus Israel!

(Da soll noch mal einer sagen, Österreicher können nichts außer Skifahren ^^)



Nachtrag: Ich war aber doch erleichtert, dass die Sache so glimpflich ausgegangen ist. Meine Fünfjährige war so aufgeregt und begeistert von der ganzen Sache, dass ich schwer in Erklärungsnot geraten wäre, hätte der Fallschirm nur eine Leiche nach unten gebracht...


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Abendessen :)

Zwiebeln, Knoblauch, Zuchini, Ricotta, Tomaten, einen Schuss Sahne und Pesto freihand zusammen gewürfelt zu Farfalle:

30min-Essen


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Samstag, 13. Oktober 2012

[Buch] Nina Suslik: SALVA (Sturmflut)

Nina Suslik: SALVA
Ich bin dystopiesüchtig. Weil ich schon so viele gelesen habe, kann mich das Genre aber nicht mehr so richtig überraschen. Trotzdem war ich neugierig auf SALVA: Die Heldin Milla lebt in einem neuen düsteren Europa, lange nachdem eine Reihe von Katastrophen den Kontinent bis in die Grundfesten erschüttert hatten. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten rebelliert sie gegen das System und gerät dabei in eine schier ausweglose Lage. Plötzlich geht es nicht mehr "nur" um ihre Freiheit, sondern um Leben und Tod.

Nina Suslik hat einen klaren, angenehmen Schreibstil. SALVA liest sich durchgehend flüssig weg und hält sich nicht mit Wiederholungen und blumigen Details auf, das hat mir gefallen. Tatsächlich habe ich das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles ausgeht, nur um dann festzustellen, dass eine Fortsetzung geplant ist. Ist aber ok, ich lese gerne noch mehr über die Helden aus SALVA. Spannend fand ich, dass sich die Hauptpersonen bewusst fragen, was außerhalb ihrer "Mauern" passiert. Das kommt mir in vielen bekannten Dystopien zu kurz. Ja, manche Wendung war vorhersehbar, aber das hat mein Lesevergnügen nicht beeinträchtigt.

Auf den Punkt gebracht: Wer Dystopien mag und keine revolutionären neuen Themen erwartet, wird zum kleinen Preis mit SALVA ein paar feine Lesestunden erleben.

(Wenn Nina jetzt reich und schön wird, kann sie beim Folgeband vielleicht etwas mehr ins Proofreading investieren, denn über einige Schreibfehler bin ich dann doch etwas unsanft gestolpert. )



Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Freitag, 12. Oktober 2012

12 von 12 im Oktober

Wie jeden Monat ist auch heute wieder 12 von 12 bei Frau Kännchen.

Freitags ist für mich schon Wochenende. Wirklich entspannt war's heute trotzdem nicht...

Auch heute wieder ein völlig untypischer Himmel für Israel. Wir genießen den Herbst in vollen Zügen.


Die Hütte kommt heute endlich wieder ab, sonst wächst sie noch an...


Die Biokiste war da


Da steht uns wohl bald ein Schuhkauf ins Haus. Oder: So sehen Sandalen aus, die seit Anfang April täglich getragen wurden.


"Mama kuck!" (Tiere am Wegrand)


Leergut


Der helle Wahnsinn im Supermarkt  (dabei sind die Feiertage doch jetzt um?!?!?)


Mein schon fast traditionelles 12-von-12-Wäschefoto ^^

Schulflur


Wer hat denn hier gesponsert?


Dämmerung am Checkpoint


Zum mindestens zwölfzehnten Mal auf diese Seite geglotzt und mich gefragt "Bestellen oder nicht bestellen?"


Abendessen: Fisch frei nach Frau Kännchens Rezept hier



Das war's für heute :) Jetzt gehe ich mal rüber und schaue, was ihr heute so gemacht habt.


Nachtrag: Gerade sehe ich, dass mir heute ein Foto zu viel reingerutscht ist. Nächstes Mal gebe ich mir beim Zählen wieder mehr Mühe...



Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Er kommt nach Deutschland! *schmacht*

Der neue Kindle Paperwhite nämlich. Der, den ich schon ein paar Wochen sehnsüchtig auf Amazon.com beobachte und den ich jetzt wohl vorbestellen muss. Es hilft ja nichts. In vain have I struggled. It will not do! (Oder so).

Nicht, dass ich meinen jetzigen Kindle nicht mag, im Gegenteil, er ist wirklich klasse, und ich habe bisher nicht im Traum daran gedacht, ihn einzutauschen, aber der Paperwhite hat Licht. Als unverbesserliche Nachteule, die mit ihrer Leserei den Gatten regelmäßig um seinen Tiefenschlaf bringt, ist das für mich das eine Feature für das sich ein Upgrade wirklich lohnt, jedenfalls wenn die Leucht-Technologie wirklich so toll ist, wie man munkelt. Grandios: Die Akkulaufzeit soll auch mit Licht bei bis zu 8 Wochen liegen.

Auch eine nette neue Funktion: Kindle Paperwhite rechnet anhand der individuellen Lesegeschwindigkeit des Nutzers aus, wie lange es noch dauert, ein Kapitel zu beenden.

Technisch hat Amazon den Kindle insgesamt noch einmal drastisch verbessert, was Kontrast und Auflösung angeht, die Vergleichsfotos zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen dem "alten" Kindle und Paperwhite:

Trotzdem zögere ich noch. Es erscheint mir so dekadent ein Gerät, das wunderbar funktioniert und erst ein gutes Jahr bei mir ist, so einfach auszutauschen. Hm. Aber wenn ich nicht vorbestelle, sind die Paperwhites bestimmt alle schon weg, bis ich mich entscheide, dass ich doch einen brauche. Ich glaube, ich schaue mir noch mal die glücklichen Paperwhite-Nutzer an, das wird meine Entscheidung sicher beschleunigen.

Zitat: 
This is exactly what Star Trek promised me would happen.  ^^



Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Schon mal einen Teppich gewischt?

Neulich habe ich für den Kindle ein Buch über *hüstel* minimalistische Putzmethoden heruntergeladen.

Neben zahlreichen Anleitungen für selbstgemachte Putzmittel, mit denen ich wenig anfangen kann, weil die meisten Zutaten wohl nur in Nordamerika erhältlich sind und ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt wissen will, wie gesundheitsschädlich sie wirklich sind, gab es darin ein paar sehr wertvolle Tipps. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Microfaserlappen etwa dreimal so viel Bakterien entfernen, wie normale Putzlappen? (Angeblich alles durch Studien belegt)

Oder hättet ihr gedacht, dass man einen Teppich einfach mit Scheuerlappen und Lauge "wischen" kann? Ich nicht. Aber es funktioniert einwandfrei und die Wirkung ist verblüffend. Mache ich wieder.
 
Und unser olles Sofa habe ich seit meiner letzten Reinigungsaktion (mit Microfaserhandschuh und Seifenlauge) auch wieder so richtig gern, denn mittlerweile war es einfach nur siffig, außerdem teilweise vollgekritzelt und insgesamt stark beansprucht. Ok, die Kissenbezüge durften in die Waschmaschine (darauf habe ich beim Kauf schon geachtet, ich bin ja nicht wahnsinnig).

Ein Sofa wie aus einem DINKS-Haushalt ^^

Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen:

Dienstag, 9. Oktober 2012

Auf der Mauer, auf der Mauer (in Jerusalem)

Da heute unser vorerst letzter Feiertag war und wir keine anderen Verpflichtungen hatten, entschieden wir uns sehr spontan, mal wieder in die Jerusalemer Altstadt zu fahren. Einer der größten Vorteile an Israel: Das Land ist so klein, dass man fast überallhin einen Tagesausflug machen kann. Und nach Jerusalem ist es für uns nur ein lächerlicher Katzensprung.

Dort angekommen hatten wir noch spontaner die Idee, endlich einmal den Aussichtsspaziergang auf der alten Stadtmauer zu machen. Hatten wir - ungelogen - noch nie. Mein Mann meint, er wäre dort vielleicht mal auf einem Schulausflug gewesen, aber das ist schon so lange her, dass es eigentlich nicht mehr gilt. Das Tochterherz (mit Baby auf dem Rücken und Yahalom im Arm) war begeistert.

Hier unsere Eindrücke (von auf und an der Mauer).

Mein neues Hintergrundmotiv
Wild wachsender Granatapfel
Enges Manöver am Zionstor
Ein Horror für Autofahrer (man stelle sich vor, dass an vielen Tagen hordenweise Touristen durch dieses Tor drängeln
Uralte Gemäuer modern beschildert
Zionstor
Auf der alten Stadtmauer
Nur teilweise begehbar
Die alte und die neue Stadt
so ein Wolkenspiel haben wir selten, der Herbst ist da
Blick durch die Schießscharten
Blick auf die erste Siedlung außerhalb der Mauern
An der Dormition Abbey entlang

Auf und ab über steile Stiegen

Postkarte! Blick auf den Felsendom
Meine Tochter war wie erstarrt, als sie die goldene Kuppel sah
und wollte unbedingt hochklettern, was aber natürlich nicht geht
Hochgesichert: Der Zugang zur "Klagemauer"
(Man beachte auch die strikte Trennung nach links und rechts)
Rauchen ist verboten.... (wobei ich kaum 5 Minuten später einen jungen Orthodoxen gesehen habe, wie er eine Touristin um Feuer für seine Zigarette angeschnorrt hat, die er sich am heiligen Feiertag nicht selbst anzünden darf)


 ....aber die Metalldetektoren dürfen ausdrücklich auch am Shabbat benutzt werden

Wohlfeiler Tand im Altstadbazar
Kinder sind von diesem Overkill an Glitzerkram unbedingt fernzuhalten

Schön war's und viel weniger überlaufen, als wir befürchtet hatten :)


Nie mehr ein Fragment verpassen! Jetzt Email-Adresse eintragen und täglich Post von mir bekommen: